Dienstag, 28. Oktober 2014

Wochenrückblick 18.10. (Nachtrag) - 20.10.

Nachtrag zum Wochenende 18./ 19.10.:

Jetzt habe ich doch tatsächlich ein wichtiges Detail in meinem letzten Wochenrückblick vergessen.
Schließlich heißt der Blog "Kazuo". :-D
Als ich am Ausgarnieren der Matcha Chocolate Mousse Tartelettes war, wollte Kazu gerne helfen und so durfte er sich selbst ein Törtchen ausgarnieren.
Ich zeigte ihm, wie er den Spritzbeutel halten muss und dass beim Drücken unten die Sahne herauskommt.^^
Dann durfte er ganz alleine loslegen!

Kazu proudly presents:


Auch seinen tollen Doppelhammer wollte er fotografiert haben:


^__^


Montag, der 20. Oktober 2014

Mal wieder ein Zahnarzttermin. Doch dieses Mal gehe ich ganz angstfrei und entspannt hin, denn mein Loch ist schmerzfrei.
Der Zahnarzt bestätigt, dass das Loch gut heilt. Alles fein.
Da ich mir ein Implantat einsetzen lassen möchte, bekomme ich für Ende November einen Termin, an dem das Loch geröntgt und vermessen wird und mir dann ein Kostenplan erstellt wird.
Doch schon dieser erste Termin ist nicht kostenfrei. 65 € will die Zahnarztpraxis dafür haben. Uff.
Der teure Spaß beginnt erst jetzt. :-(

Anschließend fahre ich zu meiner Mutter.

Achtung, ab hier ist das Montags-Thema "meine Mutter".
Von ihr fahren wir gemeinsam in das Café "Aux Délices Normand". Meine Mutter bestellt schon fleißig, ich überlege noch, aber heute sprechen mich die Torten nicht an.
Da meine Mutter gerne probiert, bestellt sie ein Stück Gemüsequiche und ein Stück Spinatquiche.
Ja, ich werde auch ein Stück Spinatquiche nehmen. Doch das Aufwärmen dauert. Die Mikrowelle (bin ja eigentlich nicht so der Fan von Mikrowelle) ist noch von der Gemüsequiche belegt (die Spinatquiche steht bereits auf dem Tisch).
Ich frage meine Mutter, ob ich ihre Quiche haben darf und sie bejaht. Sie kann sich ja nachher noch eine bestellen, wenn sie mag, sage ich, aber so können wir schon mal anfangen.
Die Gemüsequiche ist fertig und die Getränke endlich auch. (In dem Laden braucht man Geduld.)

Das Stück Quiche wurde aus einer runden Tarte herausgeschnitten (1/6 Stück) und hat daher breite Tortenstückform.
Ich weiß ja nicht, wo ihr beim Essen eines Tortenstücks anfangt, aber ich beginne in der Regel bei der Spitze.
Also steche ich mir da etwas ab. Meine Mutter sieht das und fängt an zu schimpfen.
Wie ungehörig! Wie kann ich nur so essen? Das ist doch unansehnlich. So mache man das, sagt sie und schneidet das Stück erst einmal in der Hälfte durch, so dass sich zwei Tortenstücke ergeben.

Ich verstehe gar nichts mehr.
Aufgrund dieses überraschenden Frontalangriffs werde ich gleich ganz klein und sacke in mich zusammen. Der Appetit ist mir vergangen.
Kurz darauf dämmert es mir. Das Stück ist nicht meins, sondern ihres. Sie war so gnädig und lässt mich von ihrem naschen und daher teilt man das Stück in der Mitte, damit der andere auch ein ordentliches Stück hat.
Ich jedoch ging davon aus, dass es meins ist, und sie natürlich so davon probieren kann.

Nun reden wir, bzw sie, über den geplanten Japanaufenthalt. Da ich mich darauf freue, tauche ich langsam wieder aus meinem Loch auf.
Da über Neujahr (der Aussage meiner Mutter nach) in Japan die Ausflugsorte alle übervoll sind, beschließt sie, dass wir die erste Woche in Nagoya verbringen.
Ab 2. Januar beginnt in Japan eh der Bargain Sale. Da soll ich (das heißt, es wird auch erwartet, dass ich das dann tue) ganz früh schon zu den Geschäften gehen, denn die besten Schnäppchen seien sehr schnell weg.
Dabei mag ich solche Getümmel überhaupt nicht. :-(
Und hallo, ich muss auf mein Geld achten und es beisammen halten. Ich kann nicht so einfach drauflos shoppen wie sie.
Abgesehen davon, dass ich am 2. Geburtstag habe.
Ich erwähne, dass ich da gerne in ein schönes Café gehen würde. Z.B. in das Nagoya Marriott Associa, das mich damals 2010 so faszinierte. Wenn ich mir jedoch heute die Bilder der Törtchen anschaue, denke ich "ja, das kann ich auch". *g*


aufgenommen Nov. 2010

In den letzten vier Jahren habe ich mich doch ganz schön weiter entwickelt. Hab ja auch viel gebacken. :-)

Aber so richtig komme ich nicht dazu, meine Wünsche zu äußern, da sie mich nicht ausreden lässt und es eh gewohnt ist, immer alles selber zu bestimmen. Auf der anderen Seite sagt sie stets zu mir, dass ich das in Japan tun soll, was ich will. Aber da sie das ja nicht tangiert, brauchen wir darüber ja auch nicht reden.

Meine Mutter nimmt Fahrt auf. Sie ist nun bei ihrem Lieblingsthema angelangt: Schuldzuweisung.
Ich sei ja so ein schwieriges Kind, geht es wieder los.
Weil ich nicht sage, was ich denke und meine Gefühle nicht äußere, verunsichert sie das. Darum hat sie Angst vor mir und muss zittern und meinetwegen macht sie deshalb Fehler.

Ich sei so egoistisch und würde nur an mich denken, wirft sie mir weiter vor.

Da wir zu Beginn über die Japanreise gesprochen hatten, hatte ich einen Stift und Notizblock zur Hand.
Ich beginne aufzuschreiben, was mir meine Mutter an den Kopf wirft.
Das Aufschreiben hat eine erstaunliche Nebenwirkung. Ich komme wieder hoch, werde wieder zum "Erwachsenen-Ich".
Ihre Angriffe treffen nicht mehr so hart. Natürlich sind sie verletzend, aber ich bleibe so auf Augenhöhe mit ihr.

Was am schlimmsten war, fährt meine Mutter weiter fort, dass ich im Japanurlaub 2010 nicht angerufen habe.
Mein Mann, Kazu und ich haben damals eine zwei-wöchige Rucksacktour durch Shikoku (Japans kleinste Hauptinsel) unternommen. Herr Kido (mein Stiefvater) und meine Mutter haben uns bis zum Bahnhof gebracht und uns verabschiedet und ich habe nicht sofort bei Erreichen des ersten Aufenthaltes angerufen (um zu sagen, dass wir gut angekommen sind), sondern erst zum Ende unserer Rundreise.
Darüber würde sie sich heute immer noch ärgern. Das war unverzeihlich. Das war taktlos. "jôshiki ga nakatta" wiederholt sie immer wieder (in etwa: wider dem gesunden Menschenverstand, kein gesellschaftliches korrektes Benehmen).

Ich schreibe fleissig alles auf.
"Was schreibst du da die ganze Zeit?" wundert sie sich. Doch zum Glück erzürnt sie das nicht. Ich erkläre, ich schreibe mir auf, was sie mir sagt, damit ich es nicht vergesse.
Die Erklärung stellt sie zufrieden. Ja, sie scheint es sogar gut zu finden, weil es ihr offensichtlich das Gefühl gibt, dass ich sie ernst nehme.
"jôshiki ga nakatta" Schreib das auf, ermahnt sie mich erneut.

Und übrigens sei das ja großer Stress für sie, dass wir nach Japan kommen, fährt sie mit ihrem Vortrag fort.
Zwischen den Zeilen will sie mir damit natürlich sagen, dass sie angemessenen Dank erwartet und ein entsprechend angepasstes Verhalten.
Nicht, dass es wieder heißt: "jôshiki ga nakatta"!

Endlich wendet sie sich einem anderen Thema zu.
Sie habe in ihrem Lieblingsladen COS viele schöne Röcke gesehen. Und ich hätte doch gesagt, dass ich mir noch einen Rock für die Japanreise kaufen will.
Wir könnten jetzt gleich hingehen.

Ähm, ja, ich hätte gerne einen Rock, das stimmt. Und eigentlich möchte ich schnell nach Hause und ich habe Hunger. Habe die Spinatquiche schließlich nicht aufgegessen.

Ihr glaubt nicht, wie bestimmend meine Mutter ist.
Andererseits habe ich Zeit und zu Hause ist niemand, da Fabian mit Kazu am Vormittag zu seinen Eltern in den Garten gefahren ist, wo sie ein paar Tage bleiben werden.
Ein paar Röcke anschauen kann nicht so schlimm sein, denke ich und füge mich.

Die Sachen, die es dort gibt, sind alle ziemlich ausgefallen. Doch schließlich entdecke ich einen blauen Rock mit ein paar breiten Falten vorne.
Ich probiere ihn an. Etwas muss ich schließlich anprobieren, damit meine Mutter Ruhe gibt.
Die Größe 34 ist mir viel zu eng. Schade, der Rock sah gut an mir aus.

Es gibt noch einen zweiten COS Laden in der Friedrichstraße. Dort könnten wir mal schauen, schlägt meine Mutter vor. Eine Verkäuferin fragt für uns telefonisch nach. Es dauert sehr, sehr lange, bis wir endlich eine Auskunft erhalten.
Ja, dort gibt es die Größe 36 noch. Der Rock wird bis morgen zurückgelegt.
"Du musst jetzt gleich hinfahren!" sagt meine Mutter. Ich nur "ja, ja". Natürlich habe ich nicht vor, hinzufahren. Ich habe solchen Hunger, bin müde und will nur noch nach Hause und meine Ruhe haben.
Wir setzen uns in die Bahn. "Hier müssen wir raus. Ich komme noch mit."  ...

Und so statten wir der anderen Filiale auch noch einen Besuch ab.
Die Auswahl ist hier größer und ich gehe mit 5 Röcken inklusive dem zurückgelegten in die Kabine.
Der zurückgelegte sitzt eng. Hm.
Zwei weitere stehen mir nicht. Die restlichen zwei Röcke sitzen gut und sehen klasse aus. Vor allem einer (der anthrazit blaue, siehe Foto unten) gefällt mir richtig gut.

Ja, über den werde ich mal eine Nacht schlafen und darüber nachdenken ...
Das wäre meine klassische Vorgehensweise.
Aber nicht so meine Mutter. Dann kauf die beiden, weist sie mich an.
"So viel Geld habe ich nicht", erwidere ich. Ich muss das gut abwägen.
Wenn ich dir 100 € dazugebe, kannst du dir dann die restlichen 80 € leisten?
Hm ...
So ein Angebot gibt es nicht alle Tage lang. Jetzt oder nie. Und ich willige ein und gehe mit den beiden Röcken zur Kasse.
Letztendlich gefallen sie mir ja.

Meine Mutter ist zufrieden, dass ich nun zwei schicke Röcke für Japan habe, und ich - im Grunde ebenso. Ja, schick, schick.

Da hat der Tag doch noch ein gutes Ende gefunden.
Den Trick mit dem Mitschreiben muss ich mir merken.



So. Da der Post so lang geworden ist, breche ich den Rückblick hier mal ab.

Kommentare:

  1. Vergiss niemals Deinen Wert. Denn auch wenn Du Dich manchmal wertlos gegenüber einer Person fühlst, bist Du gleichzeitig unbezahlbar für Andere.
    Deine Freundin Elisabeth.

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  2. Da muss ich Elisabeth recht geben. Mir ging es ja viele Jahre mit meiner Schwiegermutter so, die ist extrem bestimmend und auch immer gleich so vorwurfsvoll. Und dann traue ich mich nach 15 Jahren ihr mal so richtig die Meinung zu sagen und rede mir alles von der Seele, was mich so angepiept hat und was sagt sie "Hättest Du das nicht mal eher sagen können" Mittlerweile haben wir eine ganz tolle (meistens) entspannte Beziehung und wenn sie mal wieder über das Ziel hinausschießt, reicht ein Hinweis. Und da ich jetzt bei ihren Besuchen entspannt bin, stören mich viele ihrer kleinen Ticks nicht mehr so wie früher, da hatte ich schon eine Panikattacke sobald sie ihren Besuch angekündigt hat.
    Liebe Grüße Danii

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    1. Hab meiner Mutter gestern gesagt, dass sie mich kaputt macht. Dann hat es erst einmal geknallt. Von wegen, brauchst gar nicht nach Japan kommen und so, dann hat sie sich entschuldigt. ENTSCHULDIGT! Es geschehen echt noch Wunder.
      Danke für dein Feedback.

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  3. Wenn ich über dein Verhältnis zu deiner Mutter lese, finde ich es immer sehr schade, dass deine Mutter so bestimmt ist.
    Aber es freut mich zu lesen, dass du selbst damit durch die Therapie besser zurecht kommst und ihr auch mal wirklich sagen kannst, was du denkst.
    Weiter so ;)

    Übrigens finde ich, dass Kazu sein Tobi schon echt gut geschrieben hat.
    Selbst ich habe manchmal noch Probleme, wenn ich etwas mit Sahne schreiben will.
    Vlt. tritt er ja mal Backtechnisch in deine Fußstapfen, Interesse scheint ja auch da zu sein.

    Liebe Grüße und lass dich nicht entmutigen,

    Kiichigo

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    1. Meine Mutter und ich hatten letztens eine Aussprache und ich schöpfe Hoffnung, dass wir es doch noch lernen, gesund miteinander umzugehen. :-)

      Und über Tobis "Tobi" habe ich auch gestaunt. Ich dachte, da würde ein Sahnehaufen auf dem Törtchen landen. :-P

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    2. Das hört sich doch gut an :)

      Wer weiß, was aus Tobi noch so wird ;)

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Ich freue mich über jeden einzelnen Kommentar.