Freitag, 22. August 2014

(März) August - Oktober 1982

Wie ich schon einmal berichtet hatte, orientiere ich mich bei meinen "Japan damals"-Posts an den Taschenkalendern (Evangelischer Kirchenkalender) meines Vaters, der dort meist sehr gewissenhaft all seine Termine und sonstige Notizen eintrug.
Doch während er am Anfang des Japanaufenthalts noch viele Privateinträge vornahm, wurden diese zunehmend beruflicher Natur. Und auch bei den Fotos ist das der Fall. Während mir zu Beginn viele Fotos der Familie und unseren Reisen zur Verfügung standen, so befinden sich in der Fotokiste meines Vaters fast nur noch Fotos von seiner Arbeit.
Ich selbst habe kein Tagebuch geführt und auch noch nicht so viel fotografiert.
Aber dafür habe ich immer mehr Erinnerungen an die Zeit in Japan. Jedoch sind diese Erinnerungen vage oder zeitlich nicht genau zuordenbar.

Jedenfalls wollte ich gestern nun diesen Post schreiben und als ich so am Schreibtisch saß und überlegte, was wann war, holten mich so langsam die Erinnerungen ein. Dann begann ich zu googeln, um die Daten abzugleichen. Und ehe ich mich versah, war ich in der Vergangenheit. Ich klickte mich von Seite zu Seite, sah mir Videos auf youtube von der damaligen Zeit an. Hach, war das eine schöne Zeit!
Natürlich gab es auch Probleme. Ich kam schließlich in die Pubertät. Probleme mit den Eltern, vor allem mit meiner Mutter waren an der Tagesordnung. Aber im Groß und Ganzen waren die Jahre 1982 - 1984 für mich meine schönsten Jugendjahre. Ich komme jedes Mal ins Seufzen, wenn ich an jene Zeit denke.

Jedenfalls sind mir noch einige wichtige Ereignisse eingefallen.

Im "Januar - März 1982" Post hatte ich bereits geschrieben, dass Anime und Manga ganz hoch im Kurs standen.
Meine Lieblingsserie Godmarz lief vom Okt. 1981 - Dez. 1982 einmal wöchentlich im Fernsehen und Xabungle wurde von  Febr. 82  - Jan. 83 im Fernsehen einmal die Woche ausgestrahlt.
Die Serie "Godmarz" ist schuld daran, dass ich Astronautin werden wollte. :-D

Auch Manga habe ich mir gekauft. So habe ich u.a. "Munasawagi no Hôkago" komplett wie auch "Ginga Tetsudô 999" vom Zeichner Leiji Matsumoto.

Am 13. März 1982 kam von diesem Zeichner der Film "Queen Millennia" in die Kinos.
Ich war schon vorher desöfteren im Kino, aber bisher noch nie alleine.
Dieser Film war mein erster Film, den ich mir alleine ansehen gegangen bin. Zum Schluss musste ich ganz schön weinen. Soo traurig.
Danach habe ich mir gleich die Filmmusik (auf Kassette), die von Kitarô ist, gekauft. Wunderschön.

Auch einige Singles mit Anime Songs habe ich mir gekauft:


Bevorzugt die mit vier Liedern drauf, die mit 33 1/3 RPM abgespielt wurden.

Nach und nach begann ich, mich auch für andere Musik zu interessieren. Beeinflusst wurde ich hauptsächlich durch die japanische Umgebung und durch das Fernsehen. Radio habe ich als Kind noch nicht gehört.
Radio hörten wir hauptsächlich während der Autofahrt.
Vor allem auf der Fahrt in die Kirche, die etwa eine Stunde dauerte, hörten wir "the best of kayôkyoku".

Ein Lied hatte es mir im Mai 1982 besonders angetan. "Madonna-tachi no Lalabai" von Hiromi Iwasaki.
Es gefiel mir so gut, dass ich mir die Single kaufte.


Dies war meine erste Kayôkyoku-Schallplatte und daher etwas ganz besonderes.
nach dieser folgten dann jede Menge weitere (aber von anderen Sängern^^).

Ich schaute statt Anime nun verstärkt Unterhaltungssendungen mit Gesangseinlagen im Fernsehen. In Japan wird viel gesungen und es ist auch die Zeit, in der in Japan die "aidolu" (engl. Idol) boomen.
Auch ich kann mich dem Einfluss nicht entziehen. Und wenn sonntags im Auto das Radio an ist, singen meine Schwester und ich stets lautstark mit.
Und so begann ich mich, für japanische Kayôkyoku (japanische Schlager) zu interessieren und für die Sänger natürlich. :-P
Anfang der 80er Jahre kamen auch die Boygroups auf.
Ich fand das Tanokin Trio cool, meine Schwester, die ich mitzog, die Gruppe Shibugakitai.

Nun ist also August. Es sind noch Sommerferien. Im Gegensatz zu vielen Klassenkameraden haben wir diese stets in Japan verbracht (Ausnahme war der einmalige Heimaturlaub).
Ich habe das jedoch nie als schlimm empfunden, denn es gab genug zu erleben.

Am 11. August nahm mich mein Vater mit zu einem Baseballspiel der Profi-Liga.
Yokohama Taiyô VS Hiroshima Carp im Yokohama Stadium. Es war mein erstes Profi-Baseballspiel, das ich mir ansah und ich fand es klasse!



Wo wir jede Ferien hinfahren, ist Chichibu in den Bergen, wo meine Oma wohnt. Und auch diese Sommerferien, am 14.8., fuhren wir dorthin und haben sicherlich einige Tage dort übernachtet.

Der Herbst ist in Japan gekennzeichnet durch Taifune. Manchmal regnet es so viel, dass das Wasser knöchelhoch die Straßen entlangläuft.

Irgendwann im Oktober waren wir verreist. Wir fuhren nach Joudodaira in Fukushima (!!!). Eine Gegend, die auch heute noch als Urlaubsziel dient.






Im Oktober sah ich im Fernsehen mal wieder eine Show, in der die Sängerin Yoshie Kashiwabara ihr Lied "Karin" vortrug. Das war der Beginn einen langen Schwärmerin. Ich hatte mein großes Idol gefunden. <3
Ich liebe ihre Stimme! (Die Single wurde natürlich auch gekauft.^^)

Am 11. Oktober kam eine Jugendserie ins Fernsehen: "Nerawareta Gakuen" mit Tomoya Harada.
Bisher habe ich kaum japanische Realserien geschaut, da sie mir sprachlich zu schwierig waren, aber mein Japanisch wurde doch stetig besser. ^^

Am 23.10. fand das alljährliche Herbstfest an der Deutschen Schule Tokyo statt.
Am 27.10. dann das Sportfest.
Dort konnte man sich Urkunden verdienen, die mit in die Sportnote flossen.


Ende Oktober ist auch die Zeit für den Kirchenbasar.
Dieses Mal gibt es jedoch keine Fotos.

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