Linzer Torten sind ein echter Klassiker und auch ich habe schon unzählige gebacken. Meine letzte Torte ist allerdings schon eine Weile her.
Letztes Jahr gab es die Linzer Augen von Bernd Siefert. Die fand ich sehr gelungen.
Nun schaue ich mir Felders Torten an.
Ich habe wieder die kleinen Tarteformen mit Innendurchmesser 11,3 cm und Außendurchmeser 12,5 cm genommen und Felders angegebene Menge mit dem Faktor 2/5 multipliziert, da Felder zwei verschiedene Füllungen angibt und ich daher zwei "Torten" backe. (Mein Rezept ist für eine 12er Torte angegeben.)
Gestutzt habe ich, da in Felders Rezept auf seine gesamte Teigmenge nur eine Prise Zimt kommt. Keine Gewürznelken und keine gemahlenen Mandeln. Mandeln verwendet er in gehackter Form.
Zutaten für eine 12 cm Tarteform
50 g Mehl
1,8 g Backpulver
2 g Kakaopulver
1 winzige Prise Zimt
25 g Zucker
25 g Butter
13 g gehackte Mandeln
1 winzige Prise Salz
1/2 kleines Ei (8 g Eigelb + 13 g Eiweiß)
etwas Zitronenabrieb
Die Butter wird mit den trockenen Zutaten zu einer sandigen Masse zerkrümelt und dann mit den Eiern zu einem Teig verknetet. 2 h kühlen.
3 mm dick ausrollen und die Formen auslegen. Ein wenig klebrig fand ich meinen Teig.
Die Füllungen für seine Linzer Torten stellt Felder selber her.
Die eine Torte wird mit Himbeerkonfitüre gefüllt, die andere mit Zwetschgenkonfitüre.
Doch die Zuckermengen, die er angibt, lassen mich erschaudern.
Himbeerkonfitüre: 250 g Himbeeren, 150 g Zucker, 100 g Johannisbeergelee, 10 ml Zitronensaft.
Das klingt mächtig süß. Ich habe umgerechnet 70 g Zucker genommen.
Pflaumenkonfitüre: 350 g Zwetschgen, 250 g Zucker.
Für eine richtige Konfitüre mag das ja angehen, aber ich will nur die Torte damit füllen und nehme daher ebenfalls nur 70 g Zucker.
Nachdem die Fruchtfüllungen abgekühlt waren, füllte ich nach Gefühl die Böden.
80 g Fruchtfüllung hatte ich drin. Ich fand es ausreichend, aber ich denke, es können auch 100 g sein.
Mit dem restlichen Teig habe ich mehr schlecht als recht die Oberfläche belegt. Der Teig klebte doch sehr arg.
Etwa 20 min bei 180°C O/U-Hitze backen.
Linzer Torten schmecken am besten, wenn sie Zeit zum Durchziehen hatten. Man sollte sie also mindestens einen Tag ruhen lassen.
So viel Geduld konnte ich jedoch nicht aufbringen und schnitt sie, sobald sie abgekühlt waren, gleich an. ^^;;
Fazit: Ich habe die Linzer Tartes frisch und ein, zwei Tage später auch probiert.
Meinem Mann schmeckten sie nicht. Ich fand sie ganz okay. Nach einem Tag Ruhezeit schmeckte sie jedoch wirklich besser.
Die Konsistenz war stimmig, aber mich persönlich störten die gehackten Mandeln im Boden. Und es fehlte der "mmh!"-Effekt.
Wenn man mir ein Stück auf den Teller legen würde, würde ich es aufessen, aber nicht nach einem zweiten verlangen.
(Ich bin der Typ, der Sachen übrig lässt, die ihm nicht schmecken.)
Dennoch habe ich immer wieder vom Kuchen genascht. Am dritten Tag jedoch (oder war es der vierte?) war der Kuchen jedoch zu durchweicht und hat nicht mehr geschmeckt. Daher bekam Mülli auch was ab.
Mir fehlen eindeutig die Esser. ^^;;
Das getestete Rezept stammt aus dem Buch "Die hohe Schule der Patisserie" von Christophe Felder.
Die Buchvorstellung findet ihr HIER.