Dienstag, 9. Juli 2013

Der Rest von 1981 ...

Der Rest des Jahres ist schnell erzählt, denn ich habe doch tatsächlich keine für meinen Post interessanten Bilder gefunden.

Am 22. August fuhren mein Vater und ich nach Moritzburg (ehemalige DDR) zu einem Familientreffen mit der Ost-Verwandtschaft.

Am 31. August hieß es für meine Mutter, meine Geschwister und mich Abschied nehmen.
Wir fliegen nach Tôkyô zurück, während mein Vater beruflich bedingt noch einen weiteren Monat in Deutschland bleibt, da noch eine Vortragsreise vor ihm liegt.

Während des Heimaturlaubs bekam ich von meinem Kieferchirurgen eine Pocket Kamera geschenkt. Am Flughafen schoss ich mit ihr mein erstes Selbstfoto. Deutlich zu erkennen ist meine Zahnspange. Diese fest angebrachten Zahnspangen waren damals noch nicht allzu verbreitet und meine Tante Ursula war irritiert hinsichtlich meines Zahnschmucks. Denn sie hielt es für Schmuck. :-D



Als weiteres Abschiedsgeschenk gab es von unserer ehemaligen Kindergartenköchin, die passenderweise Frau Koch hieß, für mich und meine Schwester je eine große von ihr selbst gestrickte Stoffpuppe. Wir haben sie Max und Moritz getauft.^^

September. Der Schulalltag beginnt. Ich gehe nun in die achte Klasse, in der wir nur noch 19 Schüler sind (vorher waren wir 24).
Der Unterricht ist schwer geworden, worüber ich mich in einem Brief an meine Tante beklage.
Weiterhin schreibe ich in dem Brief:

"Morgens um 6:00 Uhr klingelt mein Wecker. Ich stehe auf, um ihn abzuschalten und lege mich wieder ins Bett. Nach fünf Minuten klingelt er wieder und ich schalte ihn diesmal richtig ab und mache Licht an. Mache mich fertig, gehe zur Schule, Mittagessen, Hausaufgaben und spielen usw. Dann geht es wieder ins Bett."

Im Brief, den ich im Oktober meiner Patentante Gisela schrieb, bedanke ich mich für die schöne Zeit, die ich bei ihnen verbringen durfte.
Während meines Besuchs bei meiner Tante (mit Übernachtungen) habe ich viel gelernt.
Beim Anziehen fragte ich meine Tante, ob ich denn Oberteil A zu Hose B anziehen kann. Meine Tante fiel bei der Frage aus allen Wolken. Sie brachte mir bei, mich beim Anziehen auf mein eigenes Gefühl zu verlassen.
Dann sollte ich ihr einmal in der Küche helfen. Sie bat mich, die Tomaten zu schneiden. Ich hielt die Tomate hilflos in der Hand. Wie schneidet man Tomaten? Ich hatte keine Ahnung. Und so lernte ich auch das bei ihr.^^
Desweiteren brachte sie mir das Patience legen bei. Auch Scrabble, Mikado und Rommé haben wir viel gespielt.
Im Park Jungfernheide bewunderte ich stets die zutraulichen Eichhörnchen. Wir spielten Federball oder fuhren mit dem Tretboot oder planschten mit den Fröschen im Wasser.

Wir haben uns zusammen "der Bogenschütze" angesehen (laut meinem Brief, aber daran kann ich mich nicht mehr erinnern) und waren zusammen im Kino und haben "Vom Winde verweht" gesehen. Der Film war sehr beeindruckend und dementsprechend kann ich mich an das Erlebnis noch gut erinnern.

Zum Schluss schrieb ich noch folgendes:

"Wir wünschen uns schrecklich gerne zu Weihnachten das Spiel Monopoli. Ich habe es oft bei anderen gespielt und es dann selbst gebastelt. Aber das ist ja nicht das Wahre, nicht wahr?
Bitte! Danke." *g*

Im November fand der alljährliche Kirchenbasar statt. Meine Mutter hat fleissig gebacken.


Erkennt ihr was?
Vorne links ein gefüllter Chiffon Cake, vorne rechts könnte ein Nusskuchen sein, dahinter keine Ahnung, dann Käse-Sahne mit Erdbeeren würde ich mal tippen, dahinter könnte eine Schwarzwälder Kirsch sein, und die Prinzregententorte bildet den Abschluss der rechten Reihe.
links erkenne ich noch einen Souffle Cheesecake und einen Apfelkuchen. Und irgendetwas mit Baiser drauf.
Wow, sage ich da nur.
Ich wurde früh geprägt.^^

Mein Vater war für den Zuckerwattestand zuständig.


Dezember. Wir feiern Weihnachten.
Am 24.12. waren wir in unserer Kirche. Nach dem Weihnachtsgottesdienst fand das Weihnachtssingen statt und wir (Papa, ich und andere Gemeindemitglieder) zogen von einem Haus eines Kirchenmitglieds zum anderen und sangen dort. Im fünften und letzten Haus gab es Abendessen.
Um 1:00 Uhr nachts waren wir erst wieder zu Hause. (Die Kirche ist eine Stunde von unserem Haus entfernt.)
Am 25.12. war Oobâchan zu Besuch und es gab es traditionell Pute zum Mittagessen. Nachmittags leckeren Kuchen.


Schließlich mussten meine Schwester und ich zum Schwimmunterricht. In Japan ist der 25.12. ja ein ganz normaler Tag.
Während wir schwimmen waren, dekorierte mein Vater den Plastik-Weihnachtsbaum.
Am Abend gab es dann Bescherung, bei der wir freudestrahlend das Monopoli Spiel im Paket aus Deutschland nebst Lebkuchen, Schokolade und Co vorfanden.

 
Am 26.12. spielten wir drei Stunden lang Monopoli!

Das war das Jahr 1981.
Die kommenden Jahre bringen Veränderungen, da ich immer mehr mein eigenes Leben führe. Auch werden die Erinnerungen immer zahlreicher.
Mal sehen also, was ich für das nächste Jahr so alles ausgrabe.^^

Kommentare:

  1. Hallo^^

    Seh schoene Bilder :) Ich mag es immer wieder gerne alte Bilder anzuschauen :)
    Toll ^.^///

    LG, Jade

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  2. Eirklich eine süße kleine Zeitreise. Ich finde es immer ganz spannend in alten Bildern und Fotoalbem zu kramen. Bei meiner Mutter ist das auch immer ganz spannend. ^^

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  3. Ist das ein süßes Bild mein schatz! :)

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Ich freue mich über jeden einzelnen Kommentar.