Mittwoch, 6. Januar 2016

Wochenrückblick 1.1.–5.1.

Freitag, der 1. Januar 2016, Neujahr

Ich habe gut geschlafen und wache voller Tatendrang auf. Es ist schön ruhig und ich finde es sehr entspannend, mich ganz auf meine Backsession konzentrieren zu können.
Ich lege los mit dem Schokoladenboden für die Erdbeersahne-Schoko-Torte, dann stelle ich die Streusel für die Ananas Tarte Tatin her und backe den Blätterteig ab.

Es ist früher Nachmittag, als es klingelt und meine Schwiegereltern Kazu nach Hause bringen. Sie haben ebenfalls bei meiner Schwägerin übernachtet und sind nun auf dem Weg nach Hause.

Kazu ist gut drauf und stürmt, nachdem er Schuhe und Jacke ausgezogen hat, an mir vorbei in sein Zimmer. Seufz. Ja, so ist das. Noch nicht einmal eine ordentliche Begrüßung gibt es (so mit Küsschen und Umarmung).
Weinendes Mutterherz.
Meine Schwiegereltern fahren gleich weiter und ich widme mich wieder meiner Backaktion.

Die Zitrusfrüchteküchlein sind an der Reihe.
(Achtung an alle, die die Rezepte abspeichern! Beim Rezept für die vollwertigen Zitrusfrüchtekuchen ist mir bei der Zuckerangabe ein Fehler unterlaufen. Ich habe es soeben korrigiert.)

Es folgen die Vanillecreme für die Windbeutel, die Erdbeersahne, mit der ich dann gleich die Torte herstelle und die Windbeutel an sich.

Zwischendurch kommt Kazu in die Küche.
"Mama, spielst du mit mir? Mir ist langweilig."
Ich überlege. Aber zeitlich ist es einfach nicht drin, da ich etwas zu ruhig in den Tag gestartet bin.
"Ich schaffe es nicht. Ich muss noch zu viel für morgen vorbereiten. Tut mir leid. Frag den Papa."
Doch Kazu traut sich nicht, den Papa zu fragen und verzieht sich in sein Zimmer. Aber nicht ohne vorher noch zu sagen: "Mama, ich hab dich ganz doll lieb."
Als ob er merken würde, dass ich ein schlechtes Gewissen habe.

Abends rufe ich meinen Vater an, um ihm ein frohes Neues Jahr zu wünschen.
"Stimmt es, dass man dich am 3.1. besuchen kann?", fragt er.
Ja klar, sage ich.
"Das ist gut", sagt er. "Am 2. hätte ich mir auch nur schwer Zeit nehmen können."
Aha. Denke ich. Das klingt ja so, als ob es ganz unerwartet käme, dass ich am 2.1. feiern würde.
Seit ich zurückdenken kann, feiere ich meinen Geburtstag immer direkt am 2.1.

Am 26.12. jedoch habe ich meiner Familie gesagt, dass ich meinen Geburtstag 2016 nicht groß feiern werde, sondern den Tag nur mit meinen Freundinnen verbringen möchte.
Daraufhin hat sich meine Schwester für den 3.1. selbst eingeladen, weswegen mein Vater wohl gefragt hat.
Ob meine Schwetser tatsächlich am 3.1. kommt, weiß ich allerdings nicht.

Zum Schluss sagt mein Vater mir noch am Telefon, dass er dann am 3.1. käme und auch vorher nicht mehr anrufen wird.
Aha ...

Es ist spät geworden und ich bin schon mächtig müde. Soll ich den Käsekuchen weglassen?
Ich beschließe, mein Vorhaben durchzuziehen und mache mich ans Werk.
Endlich ist der Käsekuchen abgebacken und ich kann ins Bett. Todmüde aber zufrieden, dass ich alles geschafft habe.

Samstag, der 2. Januar 2016, mein Geburtstag


Leider bekomme ich nur wenig Schlaf, da mich in der Früh mein Blähbauch wieder mal vom Schlafen abhält. :-(
Stehe ich eben auf und mache mich an die Arbeit.

In der Früh klingelt das Telefon. Meine Mutter aus Japan ist dran und gratuliert mir zum Geburtstag.
Freu.
Wir unterhalten uns und kommen auf Weihnachten zu sprechen. Da sie in der Adventszeit zu mir sagte, Kazus und mein Weihnachtsgeschenk würden mit der Post kommen, hier aber nichts ankam und wir die einzigen waren, die von ihr keine Weihnachtsgeschenke bekommen haben, frage ich nach. Nicht dass ein Päckchen beim Zoll festhängt.
Doch ...
Sie habe einfach nichts geschickt, bekomme ich zu hören.
Aha ...

Nach dem Telefonat widme ich mich wieder meinen Vorbereitungen.
Zuerst stelle ich die Ananas Tarte Tatin fertig. Sie macht einen guten Eindruck.


Die Tarte habe ich hauptsächlich für meine beiden Freundinnen zubereitet, die es beide scharf mögen, denn der Karamell ist u.a.mit Chili gewürzt.
Dann fülle ich die Windbeutel und garniere sie aus.
Das Rezept für diese Windbeutel findet ihr HIER.


Nun kommt der Part, auf den ich mich am meisten gefreut habe: Die Fertigstellung meiner Schokoladenmousse-Crème Brulée Törtchen.
Im Originalrezept werden sie mit einer Airbrush Pistole besprüht, doch weder habe ich so eine Pistole noch habe ich ein Velvetspray da. Ein einfaches Sieb und Kakaopulver müssen genügen.
Diese Törtchen wollte ich schon seit zwei Monaten zubereiten, seit ich das Bild in meinem japanischen Patisseriebuch gesehen habe. Jetzt habe ich es endlich geschafft. :-)
Das Törtchen heißt L'Epicurien und wird in der Patisserie La Girafe in Toyama angeboten. HIER könnt ihr es anschauen.




Der Käsekuchen muss lediglich aus der Form geholt werden. Doch das gestaltet sich schwieriger als ich dachte, denn der Käsekuchenboden klebt unten am Springformboden fest.
Schließlich kann ich den Kuchen ablösen. Ohne Boden. Auch gut. Ich mag Käsekuchen ohne Boden eh lieber. :-P
Das Rezept für diesen Kuchen habe ich auf einem Blog gefunden. Und zwar auf "Kleines Kulinarium".


Dann bereite ich noch das Abendessen vor, räume etwas auf und decke den Tisch.
Die Zitrusfrüchteküchlein müssen nur auf einem Teller platziert werden.


Die schlichte Schokoladen-Erdbeertorte bleibt auf dem Blechtablett.
Meine ganzen Tortenplatten und Servierteller sind nämlich noch eingepackt, da wir noch keinen Stauraum dafür haben. (Einige Wohnzimmer- und Küchenmöbel haben wir beim Umzug nicht mitgenommen).


Iris ist die erste, die kommt, und so haben wir etwas Zeit, Neuigkeiten auszutauschen, denn wir haben uns seit August nicht mehr gesehen.
Dann kommt Lisa. Wir stehen in der Küche und quatschen und als es schließlich 14:45 Uhr ist, stoßen wir auf meinen Geburtstag an. :-D

Der große Moment ist da. Ich schneide die Ananas Tarte Tatin an. Doch was ist das. Ich bekomme sie nicht zerteilt. Die Karamellschicht ist im Gegensatz zu meinem ersten Versuch ganz hart.
Mit viel Mühe bekomme ich sie nur geschnitten. Geschmacklich ist sie top.
Seufz. Ob es an der nicht ganz so reifen und daher nicht ganz so saftigen Ananas gelegen hat?
Meine Freundinnen lassen sich vom festeren Karamell nicht stören und genießen einfach. :-)

Auch die L'Epicurien-Törtchen schmecken fantastisch. Echt großes Kino.
Nach etwa einer Stunde trudelt Fabians Familie ein, die ich absichtlich etwas später eingeladen hatte, um etwas Zeit mit den zwei Mädels alleine verbringen zu können.
Die anderen Kuchen werden ebenfalls mit Begeisterung vertilgt. Die Mühe hat sich gelohnt.

Es wird ein richtig schöner Geburtstag, wie schon lange nicht mehr. Entspannt, gemütlich und lustig. Auch für mich. Und das ist es, was ich wollte. Nicht ständig in der Gastgeberrolle sein zu müssen und dadurch selber vom Geburtstag nichts zu haben.
Kazu hat seinen Cousin zum Spielen da und ist ebenfalls glücklich und Fabian hat seine Familie da (mit meiner kommt er nicht klar).

Und so schön wie der heutige Tag verläuft, weiß ich, dass es die richtige Entscheidung war, meine Familie auszuladen. Es gab und gibt einfach viel zu viele Probleme und Enttäuschungen.

Fabians Familie verabschiedet sich am Abend. Kazus Cousin bleibt jedoch über Nacht und wird dann morgen abgeholt.
Wir, die Kinder, meine Freundinnen und ich essen gemeinsam zu Abend. Für uns Großen gibt es Mâbônasu. Auberginen und Paprika mit scharf gewürztem Hackfleisch nach chinesischer Art. Immer wieder lecker.^^


Die Kinder begnügen sich mit Reis, Furikake und Nori. Die Gurken bleiben unbeachtet.

Wir lassen es uns schmecken. Dann ist Bettzeit für die Kinder. Mein Mann bringt die beiden ins Bett, so dass ich mich weiter ungestört unterhalten kann. Wobei es hauptsächlich um die Flüchtlingspolitik geht. Ernste Themen zum Abend hin. :-P

Ein schöner Tag geht zu Ende. Ich verabschiede die beiden, räume noch das Gröbste auf und sinke müde ins Bett, als ich sicher bin, dass Kazu und sein Cousin endlich schlafen.

Ach ja, meine Geschwister haben angerufen und mir gratuliert und meine Schwester hat gefragt, wann sie denn morgen kommen kann.

Sonntag, der 3. Januar 2016

Zum Sonntagsfrühstück backe ich uns ein Brioche-Brot, genauer gesagt das Brioche de Clément.


Flauschig weiches, frisch gebackenes Brot, dazu ein Frucht-Smoothie, so kann man in den Sonntag starten.^^

Ich nutze den Vormittag, um aufzuräumen.
Um das Mittagessen für die Kinder kümmert sich mein Mann (--> Linsensuppe *g*).

Gegen 14:00 Uhr wird Elias schließlich abgeholt und um 15:00 Uhr kommt mein Vater zu Besuch.
Meine Schwester ruft an und sagt Bescheid, dass sie sich, typisch meine Schwester, verspäten wird.
Wir spielen solange das Spiel "Zauberberg", das wir aus der Bibliothek ausgeliehen haben.
Als dann meine Schwester da ist, decke ich die paar Reste vom gestrigen Tag.
Dann spielen wir zusammen Machi Koro, während Kazu und Keanu sich im Kinderzimmer vergnügen.
18:00 Uhr. Aufbruch. Puh. Geschafft.
Es dauert eine Weile, bis die Anspannung nachlässt.

Montag, der 4. Januar 2016

Das frühe Aufstehen fällt Kazu schwer. Doch es geht nicht anders. Heute geht wieder die Schule los.
Nachdem ich ihn zur Schule gebracht habe, gehe ich zum Frischeparadies, um mir Früchtepürees zu besorgen. Der erste Montag im Monat ist dort Rabatt-Tag.^^
Als ich am Obststand vorbeikomme und dort schöne Ananas liegen sehe, schnappe ich mir eine.
Wär doch gelacht, wenn ich die Ananas Tarte Tatin nicht hinbekomme. :-P

Zu Hause wartet der Haushalt auf mich. Dann gehe ich Kazu abholen.
Von der Schule fahren wir gleich weiter zu Kazus altem Kindergarten, denn in der Scheune der Stadtmission beginnt heute die neue Jungschar-Runde.
Wir treffen viele Kinder (und Eltern) aus seiner Kindergartengruppe. Ein komisches Gefühl.
Wie schnell man sich doch fremd wird und die Namen vergisst.

Es sind überwiegend Mädchen da und mit den paar Jungen dort kann Kazu nichts anfangen.
Ich hatte ja gehofft, dass seine beiden alten Kumpels Max und Fietja da wären.
Ich stelle Kazu frei, ob er noch ein zweites Mal hingehen möchte.
Er ist noch unentschlossen.

Wir kommen erst spät nach Hause (was mir gar nicht zusagt).
Nun ja, der Alltag hat begonnen.

Dienstag, der 5. Januar 2016

Natürlich ist es auch heute wieder schwer für Kazu, den Weg aus dem Bett zu finden. Er ist vom Typ her ein Langschläfer wie sein Papa. :-P
Doch wir schaffen es, rechtzeitig bei der Sporthalle zu sein. Kazu freut sich, dass er wieder am Sportunterricht teilnehmen darf.

Ich habe heute Mittag einen Termin bei meiner Heilpraktikerin. Wir besprechen die weitere Vorgehensweise und beschließen, dass ich erst mal eine Stuhlprobe ins Labor schicke, damit dieses einen Gesundheitscheck durchführt.
Von der Praxis aus fahre ich direkt zur Schule, um Kazu abzuholen. Es hat begonnen zu schneien. Ab nach Hause. Ich packe das ausgeliehene Spiel und das Buch aus der Bibliothek ein, dann brechen wir wieder auf. Heute ist Abgabetermin. Brr, ist das kalt heute.

Eigentlich ist heute ja noch Judo, aber ich habe es nicht mehr geschafft, mit Kazu dahin zu gehen. Tut mir leid, Kazu, dann Donnerstag, ja?

Kommentare:

  1. Liebe Mari,
    Ich wünsche dir nachträglich alles Liebe zum Geburtstag! Wie schön, dass du deine kleine Feier so genossen hast :).
    Aber nun zu deinen Törtchen. Die sind ja wohl umwerfend geworden! Gaaanz großes Kompliment. Eigentlich müsstest Du Pâtisseriekurse geben!
    Ganz liebe Grüße Maren

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    1. Vielen Dank, Maren. Ich freue mich riesig über dein Kompliment und hab beim Lesen von einem Ohr zum anderen gestrahlt! :-D

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  2. Liebe Mari,
    auch von mir alles Gute nachträglich zum Geburtstag!
    Deine Törtchen sehen wieder wunderbar aus, ich würde zu gerne mal eines naschen ;)

    Übrigens, tut mir Leid, dass ich auf deinen Komentar zum Weihnachtspost nicht geantwortet habe, aber irgendwie hat die Seite gesponnen. Nach 3 erfolglosen malen, die ich einen langen Antworttext geschrieben habe, der jedes mal beim Absenden verloren gegangen ist, hatte ich einfach keinen Nerv mehr. Tja und dann hab ich wieder mit lernen für die Uni zu tun gehabt und habs vergessen.

    Natürlich freue ich mich schon total auf Japan, aber obwohl es jetzt wirklich nicht mehr lange ist (14 Tage) fühle ich mich noch gar nicht so, als würde ich bald 2 Monate in Japan bleiben.
    Ich hab auch schon einiges geplant & vorbereitet, weiß aber immer noch nicht genau, wie viel Zeit ich tatsächlich im Labor verbringen muss oder nicht.
    An den Wochenenden ist dann erst einmal Freunde & Bekannten Besuchen angesagt.
    Da freue ich mich schon sehr drauf.

    Liebe Grüße

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