Samstag, 19. September 2015

Wochenrückblick 6.9. (Teil 2) –13.9.

Habt ganz herzlichen Dank für Eure lieben Worte der Anteilnahme und die Genesungswünsche. Meine Verspannung löst sich allmählich und die Ängste und Sorgen dominieren nicht mehr.
Kazu ist unbeschwert wie früher und dass er bei einigen Dingen nun Hilfe benötigt, stört ihn nicht weiter.
Ich staune immer wieder, wie viel man doch von seinen Kindern lernen kann.
Ich habe Kazu gezeigt, wie viele Leute ihm Gute Besserung wünschen. "So viele?"
Er musste gleich die Mails zählen (Zählen ist zur Zeit ganz groß angesagt) und hat sich sichtlich gefreut.^^ Ich danke Euch.


Sonntag, der 6. September 2015, Teil 2

Wir sitzen bereits seit über einer Stunde im Aufwachraum.
Gerade als ich zu meinem Mann sage: "Kazu schläft bestimmt bis in den Morgen durch", kommt eine Schwester und ein Helfer, um ihn in sein Zimmer auf die Kinderstation zu fahren. Und da wacht Kazu auf. ...
Und freut sich , dass er wieder mit dem Bett durch die Gegend gefahren wird.
Schmerzen? Nein, die habe er nicht.
"Kannst du deine Finger bewegen?" Kazu bewegt sie. Puh. Der Nerv konnte gerettet werden.

Mein Mann bleibt über Nacht bei ihm. Zum einen muss ich am Montag dringend die liegengebliebende Arbeit erledigen, zum anderen strahlt mein Mann mehr Gelassenheit aus als ich, und das ist für Kazu momentan sicher wichtiger als eine Mama, die nervlich am Ende ist.


Ein komisches Gefühl, die beiden zurückzulassen.
Die Wohnung kommt mir so bedrückend still vor. Beim Blick ins leere Kinderzimmer wird mir ganz schwer ums Herz.

Montag, der 7. September 2015

Ich gehe ganz in der Früh zur Arbeit. Übers Wochenende sind wieder jede Menge Bestellungen eingetroffen. Dann muss ich unterbrechen und mich auf den Weg zum Arzt machen.

Heute wird mein Implantat freigelegt und ein Adapter draufgesetzt.
Dieses Mal habe ich fast keine Angst vor dem Eingriff, da ich in Gedanken nur bei Kazu bin.
Kazu hat viel Schlimmeres durchgemacht. Da werde ich doch so eine Spritze etc locker wegstecken.

Der Eingriff ist ruckzuck erledigt und die Wunde wieder zugenäht. Ich bekomme noch ein Kühlkissen mit, damit fahre ich zurück zur Arbeit.
Die Schmerzen halten sich zum Glück in Grenzen, ein wenig benebelt fühle ich mich.
Das Konzentrieren fällt mir schwer, lenkt mich aber von den Sorgen ab.
Im Radio wird ständig vom ersten Schultag berichtet. Ich denke an meinen Sohn, dass er seinen ersten Schultag nun im Krankenhaus verbringen muss und muss jedes Mal bei dem Thema schlucken.

Nachmittags geht es nach Hause, weitere Sachen für die Männer einpacken. Und ab ins Krankenhaus.
Die beiden sind wohlauf. Es tut so gut, Kazu wieder lachen zu sehen.
Er hat überhaupt keine Schmerzen (bekommt täglich Schmerzmittel) und fängt schon wieder an, übermütig zu werden.

"Mama, hier kann man im Bett liegen und fernsehen!"
:-D

Der kleine Finger ist noch leicht taub, aber das sei normal, meinte der Arzt.
Am Freitag wird wieder geröntgt und wenn der Bruch gut heilt, darf er nach Hause.
Dieses Mal fällt es mir schon leichter, die beiden Männer zurückzulassen.

Ach ja, Babasan hat Kazu einen Krankenbesuch abgestattet.

Dienstag, der 8. September 2015

In der Früh packe ich Umzugskisten.
Dann ab zur Arbeit, alles erledigen, dann nach Hause und Tasche packen.
Nun bin ich dran, die Nacht und den nächsten Tag bei Kazu zu bleiben.
Als ich komme, hat Kazu wieder Besuch. Erneut Babasan und auch meine Schwiegereltern sind da.
Für Abwechslung ist gesorgt. :-)

Mittwoch, der 9. September 2015

Wirklich schlafen konnte ich nicht. Bei jedem Geräusch von Kazu wurde ich sofort wach und habe nachsehen müssen, ob sein eingegipster Arm noch ordentlich gebettet ist, er nicht aus dem Bett gefallen ist, er gut zugedeckt ist, etc.

Mitten in der Nacht kommt eine Schwester rein und schaut, ob alles in Ordnung ist.

In der Früh, ich bin gerade am Umziehen, kommt eine Schwester rein und bringt Kazu seine Medizin. Dann kommt jemand, der den Raum putzt, schließlich wird das Frühstück gebracht und einige Zeit später kommt die erste Krankenhauslehrerin (von zweien). Ich wusste gar nicht, dass es so was gibt.
So bekommt er dann ja doch etwas "Schulunterricht". Kazu hatte sich schließlich schon sehr auf die Schule gefreut.

Arztvisite. Der Arzt zeigt mir die Röntgenbilder (vorher und nachher). Ein sehr komplizierter Bruch, betont er. Und ich habe das Gefühl, dass etwas wie Faszination in seiner Stimme mitklingt. Jedenfalls hat der OP-Chirurg Großartiges geleistet.

Der Tag im Krankenhaus tut mir gut. Ich kann entspannen, spiele in der freien Zeit Karten- und Würfelspiele mit Kazu und genieße es zu sehen, wie munter Kazu ist. Es geht ihm gut. Und er hat keine Schmerzen. Ich bin erleichtert.

Beim Mittagessen (es gibt einmal Kartoffeln mit Quark und Kartoffeln mit Spinat und Fisch) langt er kräftig zu. Und ich auch. Die letzten Tage habe ich kaum etwas gegessen und das Essen schmeckt.^^

Nachmittags kommt wieder Besuch. Dieses Mal schaut mein Vater vorbei und später kommen noch sein Cousin Elias mit seiner Mutter.
Während mein Vater mit den Kindern "Hanabi" spielt, haben meine Schwägerin und ich Zeit, uns zu unterhalten.

Nach dem Abendessen kommt mein Mann und ich gehe nach Hause, wo ich gleich noch eine Kiste packe.

Donnerstag, der 10. September 2015

In der Früh Kisten packen.
Vormittags geht es zum Zahnarzt, der einen Abdruck vom Gebiss nimmt.
Danach zur Arbeit, den Laden übergabefertig machen.
Ab nach Hause, "Krankenhaus-Rucksack" gegriffen und Fabian abgelöst.

Hier ein Bild, dass mir mein Mann geschickt hat. Man sieht, wie gut es Kazu geht.


Auch Besuch war heute da, wird mir berichtet: Lotti und Marco mit ihrer Mama.

Freitag, der 11. September 2015

Die Nacht wird so unruhig wie meine letzte Nacht im Krankenhaus. Der Körper ist einfach im "Mama-Alarmbereitschaftsmodus".

Gleich in der Früh um 8:00 Uhr geht es zum Röntgen. Kann Kazu heute entlassen werden?

Kazu ist gerade mit der Lehrerin draußen, als der Arzt kommt. Ein anderer als am Mittwoch.
Das Röntgenbild sieht gut aus, wenn der Chefarzt sein okay gibt, sind wir entlassen.
Als wir das Okay überbracht bekommen, spule ich noch schnell meine Fragen ab, bevor der Arzt wieder verschwindet.
Was muss man beim Gipsarm beachten? Darf er zur Schule gehen? Wie geht es weiter?

Er darf zur Schule. Gipsarm darf nicht nass werden, in vier Wochen kann der Gips ab, in etwa acht Wochen kommen die Drähte raus.
Ich soll einen Nachkontrolltermin für nächste Woche mit dem Kinderchirurgen vereinbaren.

Mittags, leider noch vor dem Mittagessen, sind wir entlassen und verlassen mit gepackten Sachen die Station.
Aber bevor es heim geht, gönnen wir uns noch eine Kugel Eis in der Kantine.

So, mein Schatz. Nun bist du wieder zu Hause.
Das Hochbett hat mein Mann mittlerweile zum normalen Bett umgebaut.

Während Kazu sein Zimmer in Beschlag nimmt, koche ich uns etwas Einfaches zum Mittag (Nudeln mit Spinatsoße).
Nach dem Mittagessen spielt Kazu in seinem Zimmer und ich packe mal wieder Umzugskartons.
Schließlich kommt mein Mann von der Arbeit heim.

Wieder zu Hause, wieder vereint. Schön. :-)

Samstag und Sonntag, der 12. und 13. September 2015

Das Wochenende verbringen wir damit, uns zu entspannen. Denn das ist bitter nötig.
Ich fühle mich nämlich wie ausgebrannt.
Natürlich packe ich trotzdem meine Kartons, aber das tue ich in aller Ruhe und außerdem auch gerne.

Am Sonntagvormittag fahre ich mit der Bahn zum Alexanderplatz. Dort hat ein denn's Biomarkt eröffnet, der auch sonntags offen hat. Ich genieße es, ganz entspannt und ohne Zeitdruck durch die Gänge zu schlendern und mir das Angebot anzusehen.
Eine Wohltat.

Wir essen gemeinsam, spielen, lachen und kuscheln miteinander.
Nur mein Mann ist nicht ganz so fit, denn er hat sich erkältet.
Wir gehen alle zeitig ins Bett, denn morgen werde ich Kazu zum ersten Mal als Schulkind in die Schule bringen.

Ein neuer Lebensabschnitt beginnt. :-)

Kommentare:

  1. Deinen Blog lesen ist wie ein Buch lesen und ich war jetzt besonders gespannt, wie es weiter geht mit Kazu. Es hört sich gut an erstmal und ich bin erleichtert. Dir und deiner Familie liebe Grüße und ganz viele Grüße an Kazu! ����

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    1. :-) Freut mich zu hören.
      Es war wirklich eine harte Zeit und ich bin froh, dass es mit Kazus Armbruch so glimpflich ausgegangen ist. Und den Umzugsstress werden wir auch noch meistern. :-)

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  2. Da ich mich für Japan, Kochen und Backen interessiere, finde ich diesen Blog prima. Und da ich selbst ein Söhnchen habe, kann ich die Sorgen sehr gut nachvollziehen! Ich habe richtig mitgebibbert und bin froh, dass es dem Kleinen wieder besser geht.:)

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    1. Schön, dass dir mein Blog gefällt. Ich hoffe, du findest hier viel Interessantes.
      Vielen Dank für deine Anteilnahme.

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  3. ich bin froh das es so gut läuft. für kazuo ist es doch bestimmt aufregend in die schule zugehen. ich wünsche ihm das es ihm noch lange zeit spass machen wird.

    ich finde es toll das es im krankenhaus jetzt auch unterricht für die kinder gibt, damit sie nicht so viel verpassen wenn sie krank sind.

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    1. Danke Carade. Für Kinder wird mittlerweile wirklich viel getan.

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  4. Liebe Mari, schön das Kazu alles gut überstanden hat und wieder zu Hause ist! Den Umzug schafft ihr auch noch! Ich bin vor 8 Wochen auch mit meinem Freund umgezogen. Eine ganz schöne Strecke: von Kassel nach Friedrichshafen, aber es hat sich gelohnt. Es ist wunderschön hier und es gefällt uns gut. Zieht ihr innerhalb von Berlin um?

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    1. Danke Sarah. Ja, innerhalb Berlins, bzw sogar innerhalb des Bezirks. Von Wohnung zu Wohnung sind es etwa 30 min zu Fuß.
      Die neue Wohnung liegt im Erdgeschoss, da muss ich nur eine halbe Treppe hoch steigen, jetzt sind es 4 1/2 Stockwerke. Und sie liegt näher an der Schule.

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  5. 4 1/2 Stockwerke ist ohne einen Aufzug schon ganz schön viel – vor allem wenn man noch Einkäufe dabei hat. Dann wünsche ich euch einen guten und stressfreien Umzug.

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