Samstag, 8. November 2014

Wochenrückblick 1.11. - 4.11.

Samstag, der 1. November 2014

Ein wenig aufgeregt bin ich, muss ich zugeben. Es ist mein erster Kirchenbasar hier und für mich damit quasi der Einstieg in die Kirchengemeinschaft ... so dachte ich ...

Für das Kuchenbüffet habe ich mich entschlossen, eine Zitronensahnetorte zu backen.
Es hat Spaß gemacht, mal wieder eine große Torte herzustellen. (Ich könnte mir die Torte allerdings auch gut als Törtchen vorstellen.)

Oberfläche abgelieren und Torte ausgarnieren stehen heute auf dem Plan.


Die Pistazienkerne hätte ich noch feiner hacken sollen. Zu Spät.
Drei Stücke für uns schneide ich mir heraus.


Noch schnell ein Anschnittfoto geknipst, dann geht es los zum Kirchenbasar der evangelischen Gemeinde Berlin-Buch.

In der Küche des Gemeindehauses bekomme ich grobe Anweisungen. Kuchen schneiden, auf Teller anrichten.
Kein Problem. Ganz im Gegenteil, Kuchen schneiden mache ich gerne, da man so im direkten Kontakt mit den Kuchen steht und gleich Konsistenz und ggfs sogar Geschmack testen kann.
Es gibt die verschiedensten Rührkuchen mit Schattenmorellen oder Äpfeln, Blechkuchen mit Obst und Streuseln, Nusskuchen und die typischen deutschen Obstkuchen aus Biskuitboden, Dosenobst und dicker Schicht Tortenguss.
Aber viel nasche ich nicht, denn die Kuchen sind nicht meine Welt. Ich habe das Gefühl, dass meine Torte hier völlig fehl am Platz ist.
Aber es ist interessant zu sehen, was für Kuchen die Leute hier bevorzugen.

Von zu Hause aus und auch von der Arbeit als Konditorin her bin ich es gewohnt, die Ränder von Blechkuchen abzuschneiden. Bei diesen Kuchen würde es sich auch anbieten, denn die meisten Ränder sind eh hart oder schwarz.
Doch nein, die Ränder sollen dran bleiben. "Die sind doch das Beste!" o_O
Geschmäcker sind verschieden.

Ich schneide und schneide, und immer wieder werden neue Kuchen gebracht.


Genau vor der Küchenzeile, wo ich am Schneiden bin, ist der Tisch aufgebaut, an dem die Kuchen verkauft werden. Die Kuchen kosten das Stück 1,00 €, die Tortenstücke kosten jeweils 1,50 €. (Da weint mein Herz. 1,50 € ist meines Erachtens viel zu wenig. Wenigstens 2,00 € hätten sie ja verlangen können. T_T)


Die trockenen Kuchen und Blechkuchen werden für 50 Cent das Stück verkauft.


Für den Verkauf sind ein paar Konfirmanden zuständig. Manche sitzen nur gelangweilt rum, andere fallen durch rüpelhaftes Verhalten auf und dann gibt es doch tatsächlich noch ein, zwei Jungs, die anständig bemüht sind.

So lief der Verkauf teilweise ab:
"Was wollen Se?"
Jugendlicher nimmt ein Stück Torte und klatscht es auf den Teller. Oder er veranstaltet mit dem Stück Kuchen mehrere Saltos (weil er es nicht auf den Tortenheber bekommt), bis der Kuchen zum Kuchenbrei wird.
Oder er packt jemanden Kuchen in Alufolie zum Mitnehmen ein. Mist, zu wenig Folie genommen. Ach was, ein wenig den Kuchen zerdrücken, dann passt es schon. o_O

Mehr noch als das fehlende Engagement und der fehlende Respekt vor den Lebensmitteln seitens der Jugendlichen hat mich erschreckt, dass auch seitens der Erwachsenen keiner etwas gesagt hat. Nur ein paar ältere Damen haben sich mal beschwert.
Ansonsten schien es den Leuten wirklich egal zu sein, wenn sie Kuchenmatsch auf dem Teller hatten.
Deutsche Esskultur? Benimm-Regeln?
Es ist wohl so, dass ich in der Hinsicht eindeutig zur älteren Generation gehöre. Ich habe sogar noch den Knicks gelernt.
Aber wie gesagt, gab es auch Jugendliche, die wirklich vorbildlich agiert haben.

Nichtsdestotrotz, ich fühle mich nicht nur mit meiner Torte, sondern auch mit meiner Einstellung völlig fehl am Platz.
Wie war das mit der Erwartungshaltung? Ja, ja, diese abzulegen ist wirklich nicht einfach.

Und ich muss zugeben. Ich habe erwartet, dass wenigstens der ein oder andere beim Anblick der Torte ein "Oh" oder so von sich gibt.
Aber es kam nichts, rein gar nichts.
Wie sagt man? Perlen vor die Säue?

So schnell werde ich sicher nicht noch einmal etwas für den Basar backen. *schmoll* :-P

Sonntag, der 2. November 2014

Ich backe mal wieder Brötchen fürs Sonntagsfrühstück. Und zwar Matchabrötchen und Milchbrötchen mit Salzbutter.


Kazu und ich lassen es uns schmecken. :-)
Mein Mann fühlt sich heute nicht gut und bleibt im Bett.

Eigentlich hatte ich ja zugesagt, dass ich heute wieder in der Küche beim Basar helfe.
Aber zum einen ist durch mein gestriges Erlebnis meine Motivation im Keller und zum anderen ist mein Babysitter (also mein Mann *g*) jetzt ausgefallen. Ich könnte Kazu zwar mitnehmen ...

Und so beschließe ich, mir mit meiner Familie einen gemütlichen Sonntag zu machen.
Frühstücken in aller Ruhe, mit Kazu spielen, Mittagessen zubereiten, in der Küche meinem Hobby nachgehen. :-D

Ich backe mal wieder Macarons nach Felder.
Da ich gerne kleine Mengen herstelle, fünftele ich das Rezept, doch mein erster Anlauf geht schief.
Die Schüssel zum Aufschlagen von 15 g Eiweiß war wohl etwas zu groß und auch das Zugießen des Sirups war wohl zu schnell. Die Temperatur des Sirups könnte bei der kleinen Menge auch nicht ganz genau gewesen sein.

Meine Meringue lässt sich jedenfalls nicht aufschlagen:

das war wohl nichts

Also noch einmal.
Dieses Mal verdoppele ich die Zutaten für die italienische Meringue.
Die Tant-pour-Tant-Menge (die Menge des Puderzucker-Mandelmehl-Gemischs) behalte ich bei. Ich habe vor, dann einfach die Hälfte der italienischen Meringue abzunehmen und zu verwenden.

Die Meringue wird besser.


Die Mandel-Puderzuckermischung wird nun mit 15 g Eiweiß (1/5 der Rezeptmenge im Buch)
zu einer Mandelmasse verrührt.
Dann wird ein Klecks Meringuemasse eingerührt.
Habe ich.
Ähm, Moment mal ...
Ach du Schreck, ich muss die Meringemasse ja noch halbieren.
Dummerweise habe ich keine Ahnung, wieviel der Eischneemasse bereits in der Mandelmasse ist.
Da muss ich wohl schätzen.
Ich stelle also nach Gefühl meine Macaronsmasse her. Ähem. ^^;;

Beim Aufdressieren merke ich, dass ich entweder zu viel Meringuemasse genommen habe, oder zu stark gerührt habe, denn meine Masse zerläuft ein wenig, so dass die Herzen nicht ganz die Form behalten.


Na ja. Ich bin trotzdem zufrieden. ^^
Nichtsdestotrotz werde ich die Herzen noch einmal korrekt herstellen. :-D
Schließlich geht es nicht nur ums Abhaken der Lektionen, sondern darum, dabei zu lernen.

Ein schöner Sonntag.

Montag, der 3. November 2014

Ich habe schon seit langem nicht mehr so gut geschlafen wie die letzte Nacht. Die Entscheidung, den Sonntag zu Hause zu verbringen, muss richtig gewesen sein. :-)

Seit langem verbringe ich mal wieder einen typischen Montag mit Einkaufen, Haushalt und Wochenrückblick schreiben. :-D

Dienstag, der 4. November 2014

Dienstag ist mein Stresstag.
Kazu zum Kindergarten bringen, ab nach Hause, aufräumen, dann los zur Psychotherapie.
Der Therapeut ist erfreut zu hören, dass meine Beziehung zu meiner Mutter wieder besser geworden ist und wir sprechen darüber, dass jemand nur Macht hat, wenn man ihm Macht zugesteht.

Anschließend in den Bio Supermarkt, einkaufen, ab nach Hause, Einkauf auspacken und einräumen, schnell eine Kleinigkeit essen und schon muss ich wieder los, Kazu abholen.
Von der Kita geht es auf den Spielplatz und von dort aus gleich weiter zum Judo.
Danach schnell nach Hause. Kazu an den Papa übergeben.
Ich mache mich frisch und schnappe mir meine Judo-Sachen.

Eine der Aufwärmübungen sind Hocksprünge über den Vordermann. Ach herrje, wie lange ist das her? Das muss Jahrzehnte her sein, dass ich mal Hocksprünge gemacht habe.
50% der Jungs/ Männer gehen um mich rum, die anderen springen über mich, wobei ich jedes Mal fast umfalle. Haha.
Manche der Typen muss ich bitten, sich kleiner zu machen, damit ich rüber kann. :-P
Das Training ist mal wieder anstrengend, aber heute eher Technik orientiert als kraftorientiert, da die Judoka am Samstag einen Wettkampf haben.
Ich glaube, bei manchen Übungen habe ich mein rechtes Knie zu stark belastet (hatte da mal einen Kreuzbandriss).
Mal sehen, wie mein Körper das Training wegsteckt.

Die kommenden Tage stehen im Zeichen meines Weihnachtsdesserts, das ich für die Blogparade "Festliches Menü" zubereite. Ich möchte Apfelsterne mit Lebkuchenparfait und Pistaziensauce zubereiten. Ein Dessert aus dem Buch "Patisserie" von Kurt Matheis mit vielen einzelnen Komponenten.
Den Lebkuchenteig werde ich heute (4.11.) jedoch nicht mehr schaffen. Morgen aber.
Schließlich muss der Post bis zum 9.11. online gehen.
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Anm. Heute (8.11.) wird das Dessert angerichtet. Hoffentlich klappt alles.

Euch wünsche ich allen ein schönes Wochenende!

Kommentare:

  1. Ich glaube nicht, dass Du zu hohe Ansprüche hast. Es geht auch anders. Ich übernehme ja jedes Jahr vor Weihnachten das "Catering" für die Weinachtsmusicalproben in einer Kirchengemeinde und da gehen alle sehr respektvoll mit Lebensmitteln um. Ich bin da immer wieder erstaunt, wie selbst kleine Kinder sich das Essen ordentlich auf die Teller packen und auf einander Rücksicht nehmen. Da wird auch nicht mit Lebensmitteln geaast. Das mit dem Kuchen kommt mir auch bekannt vor, ich falle auch immer auf, weil ich dann eben nicht einen Sandkuchen aus einer Backmischung mitbringe. Aber ich hatte bisher immer Glück, meine waren dann immer als erstes weg. Laß Dich nicht unterkriegen, vielleicht ist es ja auch die falsche Gemeinde :)
    Liebe Grüße Danii

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    1. Der Gottesdienst, zu dem ich allerdings nur selten gehe, hat mir bislang immer ganz gut gefallen.
      Nun ja, so ist das im Leben. Aber wenigstens habe ich es gewagt und weiß nun, woran ich bin.

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  2. Argh, da gehöre ich also mit meinen <30 Jahren auch schon zur "älteren Generation". Ich finde, respektvoll mit Lebensmitteln umzugehen, zeugt nicht nur von Respekt der Schöpfung gegenüber, sondern auch Respekt für die Menschen, die uns das Essen herstellen (ob jetzt Bauer, Supermarktmitarbeiter oder eben die Konditorin, die die Torte gebacken hat). Und im Falle von "Service", also jemanden zu bedienen, zeugt es von Respekt dem Bedienten gegenüber. Da ist es meines Erachtens auch egal, ob es sich um Rührkuchen mit Dosenobst und Gelatine handelt, oder um feinste Törtchen. Nichts davon mundet einem dann wirklich, wenn man das so hingeklatscht kriegt. .... Aber man darf ja solche Kommentare nicht machen, weil das die Freiheit der Jugendlichen einschränkt oder so. --- Ich wurde mal von guter Musik im Gottesdienst in eine Kirchengemeinde gelockt. Es handelte sich um eine "elitärere-als-andere" Gemeinde ("reiches" Publikum). Da wurde auch eiskalt aufgestanden und gequasselt, wenn der Organist eine komplizierte Bachfuge als Auszugsmusik spielte (und die Konfession war evangelisch, da bleibt man eigentlich sitzen^^). Ebenso beim Basar (speziell Buffet): Da wurde rigoros VORHER aussortiert (=weggeworfen), was nicht zum "Niveau" passte. Dass beim Servieren nicht besonders respektvoll mit dem Essen umgegangen wurde, versteht sich da schon von selbst... Egal, ich bin da nicht mehr hingegangen. Also gebe ich Danii Recht: vielleicht gehörst du wirklich in eine andere Gemeinde... ;-) Take care

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    1. Die Einstellung zu Essen scheint regional wirklich verschieden zu sein. Und meine Erfahrungen aus Japan darf ich einfach nicht auf Deutschland übertragen.
      Zu deinem Organisten. Sachen (wie auch Musikvorträge), die nichts kosten, werden oftmals gering geschätzt.
      Hätte der Organist etwas einfaches gespielt, für das die Leute Eintritt gezahlt hätten, hätte es sicherlich stürmischen Applaus gegeben. *läster*
      Das habe ich leider in ähnlicher Weise schon oft erlebt.
      Ich suche weiter nach einer Möglichkeit, mich zu engagieren.

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  3. Hallo liebe Mari,
    Du hast mein volles Mitgefühl bezüglich der liebevoll gestalteten Torte. Ich bin sicher, sie hat ganz köstlich geschmeckt. Bei uns in der Gegend gibt es 2x im Jahr unzählige Second-Hand-Märkte in der Gegend, jedes Mal mit Kuchen- und Tortenbuffet (organisiert von Vereinen, Kirchen und Kindergärten und gebacken von Müttern). Die Preisgestaltung ist Standard und die "Wertschätzung" der Kuchen entspricht leider Deinem Erlebnis. Ich wäre auch enttäuscht gewesen. Seitdem ich selber mehr und mehr backe (auch viele Deiner Rezepte), reizen mich diese Kuchen und Torten überhaupt nicht mehr. Hier zählt dann leider eher Masse als Klasse und oft werden Fertigbackmischungen und unnötige Aromen verwendet, die ich mittlerweile auch rausschmecke… Und die Kuchen/Torten sind oft viel zu süß und gar nicht fein.
    Ich finde es sehr ermutigend, wenn Du von Deiner Beziehung zu Deiner Mutter erzählst. Damit hilfst Du auch anderen sehr, die ähnliche Beziehungen haben. Danke dafür.
    Dir und Deiner Familie wünsche ich eine starke und gute Woche. Liebe Grüße, Sandy

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  4. Hihi! Tja wie Leute mit den Kuchen umgehen! Mache dir nichts daraus, die meisten Menschen schmecken den Unterschied. Ganz viele haben sicher gedacht "Oh, die Torte sieht aber gut aus!", und einfach nichts gesagt.
    Die meisten Leute schmecken auch ganz unbewusst. Ich backe häufiger Marmorkuchen, jedesmal ein anderes Rezept. Meine Mitbewohner kriegen nicht mit, dass es andere Rezepte sind. Trotzdem werden die Kuchen mit guten Rezepten deutlich schneller aufgegessen. :D

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