Donnerstag, 26. Juli 2012

Brennende Sonne

Montag, der 23. Juli 2012

Die Sonne scheint. Die Temperatur ist angenehm. Kazu möchte Laufrad fahren und so gehe ich mit ihm raus ins Grüne.


Als er sieht, wie ich fotografiere, möchte er natürlich auch gleich Fotos machen.


Nach einer Weile, ich würde fast schon sagen, ziemlich kurzen Weile, will er auf einen Spielplatz.
Eeeeh ... wir sind hier im Grünen. Hier gibt es weit und breit keinen Spielplatz.
Ich erkläre ihm, dass er schon noch ein bisschen fahren muss, wenn er zum Spielplatz will.
Eine Zeitlang geht es gut, aber kurz vor der Autobahnbrücke streikt er. Ich soll sein Rad tragen, er mag nicht mehr. Grummel. Vielleicht liegt es daran, dass das Laufrad zu niedrig eingestellt ist. Ich werde es zu Hause gleich mal etwas höher stellen. Er ist ja doch ein ganzes Stückchen gewachsen. Während ich so darüber nachdenke und ganz automatisch sein Rad trage, werde ich plötzlich wütend. So ein Quatsch. Wieso muss ich das Rad tragen? Kazu wollte Rad fahren. Dann hat er das gefälligst zu tun. Und wenn er nicht fahren will, soll er schieben. Ich werfe (^^;;) das Rad hin, sage, "nein, ich trage dein Rad nicht" und erkläre ihm, dass er es war, der fahren wollte, und daher auch selbst schieben muss. Und wenn er sich zu schwach fühle, würde ich hier so lange warten, bis er stark genug ist, weiterzufahren.
Ich schaue mir eine Weile den Verkehr an, bis mir die Ohren dröhnen. Aber mein Gemüt konnte sich wenigstens derweil beruhigen.

Es geht weiter. Nach einem guten Stückchen biege ich ab Richtung bewohnte Gegend und wir fahren (bzw Kazu fährt, ich gehe) durch die Straßen auf der Suche nach einem Spielplatz.
Endlich finden wir einen. Nicht groß, aber ein Spielplatz.



Ein bisschen rumlaufen und toben, etwas trinken und weiter geht es in einem Bogen zurück nach Hause. Das letzte Stück trage ich dann doch noch sein Rad. Ähem. Weiches Mutterherz.

Dienstag, der 24. Juli 2012

Der Tag beginnt ganz friedlich. Vormittags ist Kazu eh meist pflegeleichter. Auch das Einkaufen geht ganz gut.
Doch vom Mittagessen an geht es bergab. Ihm schmeckt der Spinat nicht, den ich mit Sesamöl und Sojasoße gewürzt habe. :-( Er wird quengelig und ich bin frustriert. Um in Ruhe die Küche aufräumen zu können, erlaube ich ihm, ein wenig was zu gucken. Böser Fehler.
Ich entdecke eine koreanische Kinderserie über Autos mit Augen, die sprechen können, und sich in Roboter transformieren können. Sieht harmlos aus. Also parke ich mein Kind (ich weiß, dass man das nicht tun soll) vor dem PC und lasse ihn zwei Autofolgen schauen. Eine Folge geht 10 min.
Doch irgendetwas muss die Serie an sich haben. Denn er kann nicht aufhören. Er schreit rum. Gut, es heißt ja, man soll das Kind auf das Ende vorbereiten. Also sage ich: "Das ist die letzte Folge!" Ja, er ist einverstanden. Vor der Folge. Ich lasse ihn noch eine dritte Folge schauen. Doch danach geht es los. Er muss weiterschauen. Wie ein Junkie. Ich fange an zu schimpfen. Sage, dass die Serie schlecht sein muss, weil sie ihn zum Schreien bringt. "Nein, die Serie ist nicht schlecht!" Erstaunlich wie vehement er die Serie mit dem blauen Auto verteidigt.
Während er sonst "nur" "Mama ist böse" oder "du bist nicht mehr mein Freund" schreit, aber trotzdem noch zugänglich ist, ist er dieses Mal völlig weggetreten. Als ich sage, dass er, so wie er jetzt schreit, in Zukunft kein blaues Auto mehr sehen darf, rastet er völlig aus. Das hinterlässt bei mir natürlich auch Spuren. Ich werde ebenfalls verzweifelt. Und nun stecken wir beide fest. Ich fühle mich hilflos, mache mir Vorwürfe. Und wahrscheinlich mache ich noch mehr lauter erzieherische Fehler. Eine ganze Stunde schreit er wie verrückt. Die zweite Stunde mit Unterbrechungen. Er beruhigt sich und will nun Schokolade. Ich sage "nein" und er rastet wieder aus.
Wir wollen runter zum Spielplatz und ich stecke den Schlüssel ins Schloss. Er sieht das, rastet aus und brüllt: "Ich wollte aber ..."
Meine Nerven liegen blank.

Endlich beruhigt er sich so langsam. Am Spielplatz hinterm Haus angekommen, will er buddeln. Die Buddelsachen habe ich nicht mitgenommen. Also gehen wir wieder hoch, sie holen. Dieses Mal lasse ich ihn abschließen. Kazu hat sich beruhigt und scheint wieder wohlauf zu sein.
Als wir dann auf dem Weg zum Spielplatz meinem Mann begegnen, der von der Arbeit nach Hasue kommt, breche ich in Tränen aus. Er tröstet mich und schickt mich kurzerhand zurück, schnappt sich Kazu und geht selbst mit ihm zum Spielplatz. Ich bin so dankbar dafür.

An Hinlegen ist nicht zu denken, dazu bin ich zu aufgewühlt. Also backe ich. Und zwar Zucchini-Bananen-Kuchen mit Pekannüssen. Ein neues Rezept. Der Kuchen kommt ohne zusätzliches Fett aus, und die Kombi mit den Nüssen und den Gewürzen (u.a. viel Zimt) reizt mich.


Sehr saftig und lecker, warm wie kalt, und auch Fabian ist sehr angetan, obwohl er Zucchini eigentlich nicht mag.
Doch mir bekommt der Kuchen nicht. Ob es die Nüsse sind? Nüsse zählen ja zu den Hauptallergenen.
Da werde ich wohl den Kuchen nochmals ohne Nüsse backen müssen, denn schmecken tut er echt lecker und ich will auch was.

Kazu und Fabian kommen vom Spielplatz. Duschen klappt noch. Doch zum Abend hin (wahrscheinlich weil er müde ist), geht es wieder los. Nun versucht er es beim Papa. Und Fabian darf nun einen Kazu außer Rand und Band erleben. Während Fabian mit Kazu kämpft, mache ich mich bettfertig und gehe schlafen. Dieses Mal habe ich keine Probleme, die "Mama, Mama"-Rufe zu überhören.
Es dauert, bis Kazu sich beruhigt hat. Schließlich kommen die Männer zu mir ins Schlafzimmer. Kazu druckst herum. "Was wolltest du der Mama sagen?" ermahnt ihn mein Mann.
Da siegt dann doch das Mutterherz und ich nehme Kazu in den Arm.

Mal sehen, wie der morgige Tag wird. Ich habe Kazu gesagt, dass es morgen weder was zu schauen noch Schokolade geben wird. Und daran sollte ich mich natürlich halten.

Mittwoch, der 25. Juli 2012

Ich sitze wie immer früh morgens am PC. Dann bereite ich einen Auflauf für meinen Mann als Mittagessen zu. Da er gerne wieder mal etwas kräftiges wollte, habe ich mich für einen Schupfnudelauflauf entschieden.
Allerdings mit Fertig-Schupfnudeln.

Nun ja, ästhetisch ist was anderes. Aber Fabian erzählte mir am Abend, dass er den Auflauf ganz lecker fand. Das hört frau doch gerne.

Die Zeit vergeht und langsam kommt Leben ins Haus. Ich muss auf Toilette und gerade als ich mich draufgesetzt habe, geht die Schlafzimmertür auf und Kazu kommt verschlafen raus, tapert zu mir, sieht mich auf Toilette sitzen und fängt an zu schreien: "Ich wollte aber zuerst auf Toilette!"
Oh je, der Tag fängt ja gut an. Ich lasse ihn zetern und putze mir die Zähne. Gestern habe ich ihn angeschrieen. Das war gar nicht gut. Was tut man in solchen Situationen? Hatte ich nicht paar schlaue Sätze gelesen? Das Zähne putzen gibt mir Zeit zum Nachdenken. Kazu beschimpft mich derweil als "böse Mama".
Als ich fertig bin, beuge ich mich zu ihm und sage, dass es mich sehr traurig macht, dass er mich "böse Mama" nennt, aber dass ich ihn trotzdem lieb habe. Ich sehe, wie er stutzt. Dann kommt er auf mich zu und umarmt mich. Danach verläuft der Morgen sehr angenehm. Kazu spielt Regal ausräumen (nicht gerade ein Spiel, dass ich toll finde, aber er ist friedlich beschäftigt) und ich kann in Ruhe frühstücken und am PC werkeln. Ich lasse die Seele baumeln, als das Telefon klingelt. E. Mama ist dran. Ob wir Lust haben, heute zusammen zum See zu fahren. Heute soll ja mit 29°C der heißeste Tag der Woche werden.
Ich fühle mich überrollt. Eh, was? Moment, erst mal wieder mein Gehirn aktivieren? Wie? An den See? Was? Noch nie gemacht. Wie kommen wir hin? Was muss ich einpacken? Kazu hat doch noch keine Badehose?
E.s Mama beruhigt mich und so sage ich zu. In einer Stunde holt sie uns mit dem Auto ab. Ich bin total aufgeregt, da ich so etwas noch nie gemacht habe. Ich habe schon oft davon geträumt, ja, aber irgendwie wurde nie was draus. Ich flitze durch die Wohnung und packe die Sachen zusammen.
Aufgeregt warten Kazu und ich unten vor der Haustür. Es ist so weit.

Wir haben Glück und finden einen Parkplatz. Es ist schon gut voll.
Ein schönes Plätzchen ausgeguckt, dann geht es gleich ins Wasser.

Erst einmal nur im Schlauchboot, später dann ohne.

Und natürlich wurde zwischendurch auch fleissig gebuddelt.



Als die Kinder auf Toilette müssen, geht E.s Mama mit ihnen zum Toilettenhäuschen und spendiert ihnen auf dem Rückweg ein Eis.

Dann geht es wieder ins Wasser und Kazu ist ganz begeistert davon, wie ihn die Schwimmflügel tragen. Leider kann er sich noch nicht richtig senkrecht halten. Das müssen wir wohl noch üben.

Dank Isabelle (E.s Mama) konnten wir einen richtig schönen Tag erleben. Danke.

Abends backe ich noch schnell ein Blech Zucchini-Bananen-Küchlein ohne Nüsse.


Und siehe da, ich habe keine Probleme damit. Gut möglich, dass es die Nüsse waren.
Hmm, sind die lecker.^^
(Rezept folgt)

Kommentare:

  1. Ich hätte glaub genauso gehandelt wie du bei der Auto Geschichte. Du bist Konsequent geblieben und hast damit alles richtig gemacht finde ich. Das Rezept für den Schupfnudel Auflauf würde mich interessieren. Wir essen oft Schupfnudeln z.Zeit öfters angebraten mit Prinzess Bohnen auch total lecker. LG Cori

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  2. Mach Dir nicht so viel Vorwürfe, Du hast doch genau richtig reagiert, das Geschrei wird zunehmend weniger, wenn Dein Zwerg merkt, dass er nichts erreicht und da Du konsequent geblieben ist, war doch alles richtig. Außerdem wenn man in so einer Situation ist und da selber laut wird, ist das nur menschlich. Du wirst das auf jeden Fall schaffen. LG Danii

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  3. Du hast alles richtig gemacht, falsch machen es doch die Eltern, die ihre Kinder den ganzen Tag mit dem Fernseher beschäftigen und mit Schokolade ruhig halten... Und du beschäftigst dich ja immer so viel mit Kazu, glaub, das wird heutzutage auch immer seltener.
    Und es freut mich sehr, dass du so einen schönen Tag am See hattest! ^_^
    Hattest du mir nicht iwann mal erzählt, dass du das gerne mit Kazu machen würdest...?

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