Sonntag, 25. Dezember 2011

Kazu, der Langschläfer

Der Wochenrückblick in Kurz(?)form:

Montag, den 19. Dezember 2011

7:00 Uhr. Ich schaue ins Schlafzimmer. Kazu schläft noch. Na gut, etwas Zeit ist noch.
8:00 Uhr. Ich schaue ins Schlafzimmer. Kazu schläft immer noch. Argh, wir schaffen es nicht mehr rechtzeitig in den Kindergarten.
Nun gut. Seufzend ergebe ich mich meinem Schicksal. Soll er halt zu Hause bleiben. Da Fabian und ich am Samstag ja krank waren und uns nicht so richtig um Kazu kümmern konnten, fehlt uns eh ein gemeinsamer Tag.

Es ist so weit. Kazu will duschen und Haare waschen. Freiwillig!!!
Als er in der Badewanne steht, reiche ich ihm die Dusche. und tatsächlich. Er hält sich den Strahl ins Gesicht und macht sich auch die Haare vorne nass. Dabei lässt er, wie er es bei mir gesehen hat, brav die Augen zu. Ich bin stolz auf meinen kleinen, großen Jungen. Dann nehme ich ihm die Dusche ab und bereite ihn darauf vor, dass ich ihn hinten nass mache. Langsam nähere ich den Strahl seinem Hinterkopf. Er zuckt kurz, hält aber still und ich kann ihm die Haare komplett nass machen.  Toll!
Keine Panikattacke, kein Schreien. Dann darf Kazu wieder den Duschkopf halten.
Nach einer Weile wage ich den nächsten Schritt. Das Duschshampoo. "Tobi Seife?" (alles was schäumt, heißt bei ihm Seife)
"Ja, ich kann das schon alleine."
Ich gebe ihm einen Klecks auf seine Hand und will ihm gerade sagen, dass er den zwischen seinen Händen verteilen soll, da schmiert er sich den schon ins Gesicht. Und zwar schön in die Augen.
Oh je, da war das Geschrei groß. Das Shampoo ist zwar ein Babyshampoo, das in den Augen nicht brennt, aber trotzdem ...
Also schnell sein Gesicht abgespült. Kazu hat genug und will nur noch raus. Er verfällt wieder in sein sonst übliches Geschrei und mir bleibt nichts anderes übrig, als ihm gut zuzureden und die böse Mama zu spielen. Shampoo nehmen, Kopf einseifen und das schreiende Kind abspülen.
Ab ins Handtuch und beruhigen. Abgetrocknet zu werden findet er übrigens auch doof.
Da ich ihn nach dem Abduschen zum Beruhigen in den Arm nehme, werde ich trotz seines Handtuchs auch selbst stets gut nass. Ja, ja, so ist das.
Schließlich können wir uns beide trockene Sachen anziehen. Auf den Schreck gibt es erst einmal ein Buch vorgelesen.^^

Zum Mittagessen gab es Wirsing-Nudel-Eintopf. Sanft zum geschundenen Magen und schön wärmend. Ich liebe dieses schlichte, leichte Essen, wenn es kalt ist.

Sonst ist nicht viel passiert. Kann mich jedenfalls an nichts weiter erinnern.

Dienstag, den 20. Dezember 2011

Kazu wacht früh auf. Juppie! Ein freier Vormittag für mich. :-D
Zum Frühstück gibt es wie gestern Grießbrei mit Birnen-Apfelmus und Zimt (ohne extra Zucker). Ich habe zum ersten Mal den Weizengrieß von Alnatura gekauft und bin wirklich sehr zufrieden mit dem. Auch Kazu schmeckt es, denn er verschlingt 2 1/2 Schüsseln voll.
Wir schaffen es tatsächlich pünktlich in den Kindergarten. "Nanu, was ist hier los?"
Im Kindergarten findet heute ein gemeinsames Frühstück statt. Schade, großen Hunger dürfte Kazu nicht mehr haben.

Wieder zu Hause mache ich mich an die Essensplanung für die drei Feiertage.
Bücher wälzen, Liste aufstellen, checken, was zeitlich und finanziell möglich ist, Rezepte wieder streichen. Haha, will immer mehr machen als möglich. Dabei mache ich in der Regel eh schon immer mehr als nötig. :-P

Die Einkaufsliste steht.
Am Samstag habe ich vor für den Weihnachtsplätzchenteller wieder die Haferflockenkekse, Shias Müsliplätzchen und die Mohnmakronen zu backen. Dann noch Ahorn-Walnuss-plätzchen und Vanillekipferl.
Kuchen ist zu Weihnachten eher zweitrangig, da es abends ja ordentlich etwas zu essen gibt.
Geplant habe ich Pfirsichpyramiden mit Himbeeren, einen veganen Käsekuchen, Chiffon Cake und eine makrobiotische "Lila Kartoffeltarte".

Abends gibt es Yosenabe, denn ein Eintopf-Gericht zusammen essen stärkt freundschaftliche Bande, heißt es. Außerdem muss man nicht soviel vorbereiten. Und Nabemono sind sehr gesund und belasten den Magen abends nicht so.

Den freien Tag genoss ich und ich nutzte ihn gleich dazu, die Matcha Tuiles auszuprobieren.
Ich finde, die sind richtig schick geworden.

Da meine vom Opa gesponserte Monatskarte abgelaufen war, habe ich heute Kazu mit dem Tragegurt abgeholt und bin zu Fuß gelaufen. Uff. Kazu ist ganz schön schwer geworden und mein Knie fing an zu schmerzen. haha, die letzten Wochen war ich ganz schön verwöhnt durch die Busfahrerei. Wie schnell die Kondition doch nachlässt.

Mittwoch, den 21. Dezember 2011

Obwohl wir gestern rechtzeitig im Bett waren, will Kazu partout nicht aufstehen. Argh. Was nun? Ich habe doch die Tage so viel zu tun.
Fabian hat Spätschicht. Also beschließe ich kurzerhand, gleich einzukaufen, und Kazu beim Papa zu lassen. Gesagt, getan. Ächzend schleppe ich mich voll bepackt nach Hause. Frostersachen in den Tiefkühlschrank und erst einmal duschen. Mit dem Kühlschrank voller feiner Backzutaten geht es mir schon besser. :-P
Allerdings habe ich die Ahorn-Walnuss-Plätzchen von der Liste genommen.
Das Gemüse hole ich dann frisch (?) am Freitag oder Samstag. Zu Hause habe ich eh keine Lagermöglichkeit.

Kazu und ich spielten, lasen, puzzelten etc. Noch bin ich entspannt.
"Tobi, was wünscht du dir zu Weihnachten?" frage ich ihn.
"Gummibärchen!"
"Gummibärchen? Aha. Und was noch?"
"Ein Micky-Hemd!"
"Oh, gut dann sagen wir das mal dem Weihnachtsmann."

Abends entdecke ich dann bei wagashi maniac ein neues Rezept (sie nennt es Yuzu Kukki). Das klingt einfach und daher kommt der Teig dafür über Nacht in den Kühlschrank.
Fruchtfüllung für die Pyramiden werden ebenfalls vorbereitet und eingefroren.

Donnerstag, den 22. Dezember 2011

Die ersten Plätzchen entstehen in Zusammenarbeit mit Kazu. (Oder habe ich gestern schon welche gebacken? Ich weiß es gar nicht mehr so genau. Oh je. Bin echt nicht mehr fit.)
Coffee Chiffon Cake und Cheese Cake folgen abends, nachdem Kazu schläft.

Nachmittags waren Kazu und ich zusammen noch in der Apotheke und Milch holen. Beim Warten an der Kasse unterläuft mir ein fataler Fehler. In den Gängen sind doch oft Süßkram etc aufgereiht. Mein Blick fällt auf eine Tüte gummibärchen. Oh, so eine Tütengröße habe ich noch nie gesehen. Neugierig nehme ich sie gleich in die Hand.
"Gummibärchen!"
Kazu sieht, was ich in der Hand habe. Ups, gar nicht dran gedacht. Nun ja, ich erlaubte ihm jedenfalls, die Gummibärchen aufs Band zu legen. Auf dem Heimweg hielt er ganz stolz seine Tüte fest.
Natürlich wollte er sie gleich essen. Aber ich erklärte ihm, dass er die erst zu Weihnachten essen darf. Und dass er daher noch zweimal schlafen muss. Ich sage ihm, er soll die Bärchen unter den Weihnachtsbaum legen. Und siehe da, er legt sie brav dorthin. Ich bin stolz auf meinen kleinen Schatz.^^

Kazu ist total lieb (seine Quengeln hält sich in Grenzen). Auch ansonsten haben wir so ziemlich alles zusammen gemacht. Angefangen von Wäsche aufhängen und Staubsagen über Kochen und Aufräumen.

Freitag, den 23. Dezember 2011

Ab heute hat der Kindergarten zu.
Ich merke, wie ich anfange, langsam gestresst zu werden. Meine freie Zeit fehlt mir. So schön es auch ist mit Kazu, so ein wenig Zeit für einen selbst braucht man dann aber doch. Und von meinem Mann bekomme ich auch kaum was zu sehen. Da er Spätschicht hast, kommt er erst nach 21:00 Uhr nach Hause, wenn Kazu und ich schon schlafen. Dann setzt er sich an seinen PC und spielt Star Wars. Das Spiel ist grad ganz neu erschienen und daher natürlich ganz angesagt. Morgens schläft er dann bis zur letzten Minute und verschwindet dann zur Arbeit.
Ich bin grummelig. "Was ist los?" werde ich gefragt. "Ich fühle mich nur ein wenig überfordert" antworte ich.
"Dann muss du früher was sagen."
"Siehst du das denn nicht? Wenn du dich mehr für mich interessieren würdest, würdest du das doch selbst merken"denke ich und grummele weiter in mich hinein.
"Was soll ich denn tun?"fragt Fabian.
Wie oft, wie oft muss ich das sagen? frage ich mich. Dabei ist es doch so einfach. Alles was ich brauche, ist das Gefühl, nicht alleine mit den großen und kleinen Problemen dazustehen.
Männer denken, sie müssten immer gleich die Probleme (der Frauen) lösen. Dabei sollen sie das doch gar nicht. Ich möchte nur desöfteren in den Arm genommen werden. Eine Umarmung, ein wenig "Gelassenheitsübertragung". Ich verlange ja nicht einmal, dass er Sachen sagt, wie "Das machst du toll. Das wird schon" oder so. Nur eine Umarmung ... (am besten mit abgeschaltetem PC ^^;;) ...

Seufz. Diese Art von Diskussion führen wir nicht zum ersten Mal und auch nicht zum zweiten Mal. Nein, wir haben das schon zig-male gehabt. :-(
Um mich zu entlasten, bietet Fabian an, auf dem Heimweg einzukaufen. Ich schreibe ihm ein paar Dinge auf.

"Kann ich jetzt Gummibärchen essen?" ist Kazus erste Frage nach dem Aufstehen. Nein, morgen ist Weihnachten, kläre ich ihn auf. "Komm, wir backen zusammen." Kazu gibt sich mit der Antwort zufrieden. Puh.
Kazu und ich backen zusammen Vanillekipferl. Hörnchen formen findet er jedoch ziemlich blöd. Er schneidet lieber aus den vorbereiteten Stücken Würfel und legt diese dann aufs Blech. Haha, also gibt es Vanillekipferl und Vanillewürfel.

Müsliplätzchen und Makronen bekommen noch ihre Schokodeko und natürlich ist auch Kazu wieder mit dabei. Auch er bekommt ein Spritztütchen und darf ein paar Plätzchen garnieren.

Kazus Plätzchen

(Haha, das erste Foto in diesem Post erscheint ja immer, wenn man "Dashboard" anklickt. Grins, da wird sich bestimmt jeder wundern bei dem Foto.)

Nachmittags machen wir uns auf den Weg zum Flughafen. Vorher geht es aber noch zu Vinh-Loi (Asia Supermarkt), da dieser fast auf dem Weg liegt, die Zutaten für Weihnachten besorgen. Leider wird dadurch meine Tasche so richtig schwer. Aber anders geht es halt nicht. Das Gefühl, wieder etwas erledigt zu haben, erleichtert mir das schwere Tragen.

Kazu freut sich auf den Flughafen und auf Babasan, wie er meine Mutter nennt.
Dadurch, dass wir so früh los sind, kommen wir trotz Umweg eine Stunde früher am Flughafen an. Viel Zeit, sich alles anzuschauen. Und ich bin erleichtert, da es mein erster längerer Ausflug mit Kazu ist, seit dem er trocken ist. Aber seine Blase fasst mittlerweile einiges und er kann seinen Harndrang auch schon eine Weile unterdrücken. Puh. Vielleicht hätte ich mich die Woche doch trauen sollen, mit ihm wegzufahren. Ich finde das nur so schwierig wegen der Essenszeiten und dem Mittagsschlaf.
Ich stelle immer wieder fest, dass das Sprichwort: "Wo eine Wille ist, ist auch ein Weg" der Wahrheit entspricht. Was folglich bedeutet, dass mein Wille (die Tage zuvor) zu schwach war. ... Ähm .... ^^;;

Wir gehen beide auf die Toilette und suchen anschließend ein Plätzchen, wo wir durch die Scheibe Flugzeuge sehen können. Auch sonst findet Kazu alles mögliche interessant. Vor allem die ganzen Absprerrungen, bzw die aufgespannten Bänder, um die Wartenden in eine Reihe zu bringen, haben es ihm angetan, denn da kann er so toll unten durch laufen. "Mama schau, ich passe durch!"

Mir ist Angst und Bange, dass er was umreißt und ich ermahne ihn.

Schließlich ist es Zeit, zum Gate zu gehen. nach einer Weile stößt der Opa zu uns. Und wir warten gespannt auf das Erscheinen der Passagiere am Koffer-Förderband.


Da ist Babasan. Kazu ist noch etwas schüchtern am Anfang, taut aber bald auf.
Babasan hat ihm ein Geschenk mitgebracht. Was wohl in der Tüte ist?


Micky!

Für uns alle gibt es dann noch leckere japanische Küchlein mit einer Anko (Bohnenmus) Füllung. Kazu liebt die über alles und darf daher gleich drei verputzen. Ich bekam eins und muss sagen: Super lecker!
Und ein Onigiri gab es noch für Kazu obendrein und für mich das, was beim Essen runterfiel. 


Ein aufregender Tag geht zu Ende. Wir verabschieden uns. Meine Eltern fahren mit dem Taxi zu meiner Mutter nach Hause, wo meine Schwester sie erwartet. Kazu und ich steigen in den Bus.
Kazu wird müde und will schlafen. Ich mache meine Augen ebenfalls zu für ein Inemuri.
"Ich will schlafen" jammert Kazu.
"Dann mach die Augen zu", sage ich.
"Aber es ist hell."
Seufz. Anscheinend kann er nicht einschlafen. Und ich dachte immer, Kinder können jederzeit überall schlafen. Hm, ich konnte das jedenfalls. :-P

Zu Hause vergaß ich glatt, ihm die Zähne zu putzen. Aber an die Windel habe ich gedacht.^^
So, jetzt aber schnell ins Bett. Es ist schon nach 21:00 Uhr!

Es wäre schön, wenn mein Tagesbericht hier enden würde. Aber leider gab es noch einen traurigen Nachspann.

Während Kazu auf dem Töpfchen saß und ich mir die Zähne putzte, kam Fabian nach Hause.
Kazu ist müde, ich bin müde.
Ich habe kein Geschenk für meinen Schwager Richard, die Fotos für den Bilderrahmen, den ich meinem Vater schenken will, habe ich noch nicht ausgesucht, und für Akiko habe ich auch noch kein Geschenk. Und vor allem bin ich nicht dazu gekommen, nach einem Micky-Hemd zu suchen.
Morgen ist schon Weihnachten und das Gemüse muss auch noch eingekauft werden. Und was ist, wenn die Kuchen nicht schmecken? Ob ich doch noch was Bewährtes backen sollte?
Doch wie soll ich das alles schaffen? Mir kommen die Tränen.
Fabian geht an seinen PC, das Spiel erscheint auf dem Monitor.
"Was ist los?"
Argh. Die Frage macht mich wütend, denn sie unterstreicht mein Gefühl, nicht verstanden zu werden.

Schmollend gehe ich mit Kazu ins Bett. Zum Glück bin ich viel zu müde, um weiter zu grummeln.
Kazu und ich sind ruckzuck eingeschlafen.

Kommentare:

  1. So schnell werden sie groß! :3
    Ich hoffe du hattest ein schönes Weihnachtsfest mit deiner Familie! Das Bild wo Kazuo auf Babasan wartet finde ich besonders schön. Ich weiß nicht, aber ich finde es müsste an eine Wand. *g* Liebes Grüßle Cori

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  2. Da hattest du aber eine gutgepackte Woche. Ich hoffe, Heiligabend war etwas stressfreier.
    Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, Männer merken es nicht von allein, wenn sie wieder in ein Fettnäpfchen getreten sind. Mit ihnen muss man schon direkt kommunizieren und wenn dein Mann Hilfe anbietet, gib ihm zu tun und du wirst entspannter, wenn ein Teil der Aufgaben nicht auf deinen Schultern landet. Das klingt jetzt kluggeschwätzt aber ich habe mir schon vor Jahren angewöhnt, Weihnachtsgeschenke bereits Anfang Dezember zu besorgen und wir teilen uns immer ins Weihnachtskochen. An einem Tag koche ich und wir haben z. B. die Großeltern eingeladen und den anderen Tag sind wir eingeladen und ich verteil nur noch Pralinen ;-) So kann ich die Weihnachtstage richtig genießen.
    Ich wünsch dir trotzallem noch schöne Feiertage und viel Freude mit deinen Lieben. LG

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  3. ja das stimmt wohl, männer und frauen sprechen eine andere "sprache". und der weihnachts-streß wird noch seinen teil dazugetan haben. vllt hilft eine ruhige aussprache etwas? aber ich glaub ich kann dir eh keine guten tips geben, kenn mich in dem bereich kaum aus.

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